Coronavirus: Polizeischutz für Apotheken?

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Aus Sicht von Sicht von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml darf die Abschottung ganzer Städte wie jetzt in Italien nur die Ultima Ratio sein. „Bevor über die Abriegelung einer Stadt entschieden wird, sollte zunächst auf andere Lösungsmöglichkeiten gesetzt werden“, so die CSU-Politikerin. Der Schutz der Bevölkerung in Bayern habe oberste Priorität. „Deshalb können auch einschneidende Maßnahmen vorgenommen werden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen“, so Huml. Wichtig sei aber, immer im konkreten Einzelfall zu entscheiden und mit Augenmaß vorzugehen.

RKI: Deutsche Behörden gut vorbereitet

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar H. Wieler, geht hingegen davon aus, dass es so weit nicht kommen wird. „Quarantäne von ganzen Ortschaften kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen“, sagte er im Heute-Journal des ZDF. Die Menschen müssten dann mit Lebensmitteln und Wasser, aber auch mit ärztlicher Hilfe versorgt werden. Das sei in einem Quarantänegebiet sehr schwierig.

Viele Menschen hierzulande seien aufmerksam und würden sich wohl rechtzeitig auf das neuartige Virus testen lassen. Sobald ein Fall entdeckt werde, würden unter anderem Kontaktpersonen gesucht, erläuterte der RKI-Chef. „Das können die deutschen Behörden, das haben sie in Bayern sehr gut gezeigt.“ Im Freistaat gab es 14 der 16 bisher in der Bundesrepublik positiv getesteten Covid-19-Patienten. So habe der Ausbruch eingedämmt werden können, sagte Wieler weiter.

Auch in Österreich sorgen sich Behörden und Bevölkerung zunehmend. Am Montagabend wurde ein Reisebus bei Allhaming angehalten, weil mehrere Patienten über Symptome klagten. Es rückten Polizisten in Schutzanzügen an, die den Bus stundenlang bewachten, bis Ärzte den Gesundheitszustand der Passagiere kontrolliert hatten. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte wenige Stunden zuvor die Öffentlichkeit mit einem Fünf-Punkte-Programm zu beruhigen versucht, das unter anderem Reisewarnungen für betroffene Gebiete, eine bessere Koordination der zuständigen Stellen und eine Informationskampagne umfasst.

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