Coronavirus: Apotheken sollen Algovir empfehlen

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Das Produkt wurde zwar an verschiedenen Typen humaner Coronaviren getestet, aber nicht an 2019-nCoV. „Daher können derzeit keine endgültigen Rückschlüsse zur Aktivität und Effektivität der Carragelose gegen 2019-nCoV gezogen werden“, so das Unternehmen. „Allerdings haben Carragelose-Erkältungssprays ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil, weshalb sie durchaus ergänzend zu den gängigen Maßnahmen zum Schutz vor respiratorischen Viren wie Händedesinfektion und Mundschutz angewendet und den Apothekenkunden empfohlen werden können.“

Parallel ist Algovir das Hauptprodukt im aktuellen Newsletter von Mycare mit dem Betreff „Schutz vor Viren“. Hier wird allerdings nicht weiter auf die neue Lungenkrankheit eingegangen, vielmehr heißt es allgemein: „In der Erkältungszeit treten häufig auch Viruserkrankungen auf. Wenn Sie sich vor Ansteckung schützen möchten, kann Sie das Algovir Effekt Erkältungsspray dabei unterstützen. Es bildet einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, der das Festsetzen von Viren verhindert und somit als physikalische Barriere gegen Erkältungsviren wirkt. Es ist auch für Kinder erhältlich.“

Bereits wenige Wochen nach der Markteinführung im Herbst 2017 hatten die Medien sich kritisch mit dem Abwehrspray auseinandergesetzt: Erst holte Professor Dr. Gerd Glaeske unter dem Motto „Nase läuft, Geschäft läuft!“ im „Spiegel“ zum Rundumschlag aus, dann nahmen Sat.1 („Frühstücksfernsehen“), SWR („Marktcheck“) und WDR („Markt“) die wissenschaftliche Datenlage unter die Lupe. Hermes argumentierte, zu Algovir lägen insgesamt drei randomisierte, Placebo-kontrollierte Studien mit einem Patientenkollektiv von mehr als 450 Probanden vor, darunter 213 Kindern. „Diese Studien zeigen, dass das Produkt bei dreimal täglicher Anwendung zu einem signifikanten Wirkeffekt führt.“ Damit sei man über das sonst für ein OTC-Medizinprodukt der Klasse IIa übliche Level deutlich hinausgegangen. „Wir dokumentieren damit unseren Anspruch, den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin Folge zu leisten.“ Im Übrigen seien die vorgelegten Studien von einer „Benannten Stelle“ auf Herz und Nieren getestet worden. „Diese Bewertung hat letztendlich auch zu den im Beipackzettel beschriebenen Anwendungsgebieten geführt.“

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