Weniger Lungenbeteiligung

Corona könnte bald endemisch werden

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Lunge weniger stark infiziert

Der Verlauf: Lungenzellen lassen sich Timm zufolge nach bisherigen Erkenntnissen nicht so gut mit Omikron infizieren wie die Zellen der oberen Atemwege, also in Nase und Rachen. Entsprechende Ergebnisse aus Versuchen im Labor an Zellkulturen und im Tiermodell deckten sich mit ersten Informationen aus den Kliniken. „Das bedeutet, dass die Schwere der Erkrankungen mit Omikron abgenommen hat“, sagte Timm. Es bedeute aber nicht, dass eine Erkrankung keine Rolle mehr spiele. Das sei nicht Schwarz-Weiß, so müssten zum Beispiel nach wie vor Risikofaktoren jedes Einzelnen berücksichtigt werden.

Abnehmende Infektionsschwere

Die Schwere der Erkrankung – gemessen am Anteil der Infizierten, die ins Krankenhaus müssen – ist nach Daten des Imperial College bei Omikron im Vergleich zu Delta um 20 bis 45 Prozent geringer, wie Zeeb deutlich machte. Interessant auch in Hinsicht auf die Frage nach dem Übergang zur Endemie sei, dass das Hospitalisierungsrisiko nach einer durchgemachten Infektion oder nach der Impfung sogar noch deutlich geringer sei. Das spreche für eine abnehmende Schwere durch Immunisierung, erläuterte er.

Allerdings könnten bei Ansteckungsinzidenzen von über 1000 durchaus wieder ähnlich viele Covid-Erkrankte in Kliniken gebracht werden wie in der Delta-Welle, machte Andreas Schuppert vom Institute for Computational Biomedicine an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen bei der SMC-Konferenz deutlich und ergänzte: „Wir reden über Zahlen, die in Europa realistisch sind.“

Die großen Abers: Auch ein vergleichsweise milder Verlauf muss nicht ohne sein. „Mild heißt nicht harmlos“, betonte der Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, der im Frühjahr 2020 die ersten Corona-Fälle in Deutschland behandelt hatte. So gebe es noch keine Erkenntnisse über Long-Covid-Verläufe bei Omikron.

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