Corona-Impfstoff: Ergebnisse „ermutigend“

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„Das sind ganz gute Signale“, kommentiert Stephan Becker, Virologe an der Uni Marburg. Insbesondere sei gut, dass die Antikörperkonzentration höher sei, als bei Menschen, die eine Infektion durchgemacht haben. Ob der Impfstoffkandidat tatsächlich vor einer Infektion schützt, zeigten die Ergebnisse aber nicht, sagte Becker. Zudem sei unklar, ob die Impfung zum Aufbau eines sogenannten Immungedächtnisses führt, also dass der Körper auf eine Infektion mit dem Coronavirus wirksam vorbereitet ist. Um das zu zeigen, müssen viele Tausend Menschen geimpft werden, um dann zu schauen, wie viele von ihnen sich unter realen Bedingungen mit dem Coronavirus infizieren.

Becker ist an den Corona-Projekten von BioNTech nicht beteiligt, kooperiert aber mit der Firma bei anderen Projekten. Mitbegründer und -Chef Ugur Sahin nannte die vorläufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat „eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann“. „Wir freuen uns darauf, zusätzliche Daten zu BNT 162b1 zu veröffentlichen“, sagte er. BioNTech ist seit Ende 2019 an der Börse gelistet, gehört aber mehrheitlich der Familie Strüngmann. Die Firma testet potenzielle Impfstoffe auch in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen. BNT 162b1 ist der Name des Impfstoffkandidaten, zu dem nun die US-Ergebnisse vorliegen. Kathrin U. Jansen, Senior Vice President bei Pfizer und für die Impfstoffforschung zuständig, sagte, die ersten klinischen Daten stimmten zuversichtlich.

Mit den bereits erfolgten und sich nun anschließenden Tests wollen BioNTech und Pfizer die richtige Dosis für einen möglichen Impfstoff herausfinden. Es muss auch eine Auswahl getroffen werden, mit welchen Impfstoffkandidaten in einer großangelegten, globalen Studie mit über 30.000 gesunden Probanden gearbeitet wird. Die könnte – sofern sie von den Behörden genehmigt wird – im späten Juli 2020 beginnen. Noch sei BNT 162b1 in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen, betonten BioNTech und Pfizer. Sollte der Impfstoff aber zugelassen werden, planen die Firmen, bis Ende dieses Jahres bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und bis Ende kommenden Jahres möglicherweise mehr als 1,2 Milliarden Dosen herstellen zu können.

 

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