Biontech in Arztpraxen – das geht

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„Es herrscht immer noch viel Unsicherheit über die Lagerungen des Biontech-Impfstoffes“, so würden zahlreiche Menschen immer noch davon ausgehen, dass die Lagerung immer bei -70 Grad erfolgen muss. „Durch die neuen Angaben des Herstellers zur Lagertemperatur in den jeweiligen Formen ist es möglich, dass der Impfstoff aus den Impfzentren zu den Arztpraxen gelangt. Die kritische Zeit beginnt ja erst nach der Verdünnung.“

Die Termine vereinbaren die Impflinge nicht mit der Praxis, sondern mit der zentralen Hotline, genauso wie alle anderen Personen, die für die Immunisierung ein Impfzentrum aufsuchen. „Wir müssen auch ganz klar sagen, dass aktuell noch nicht so viele Menschen in den Praxen geimpft werden. Rund 25 Dosen pro Woche und Praxis haben wir jetzt in der Anfangszeit gezählt.“ Doch zur Anfangszeit sei auch nicht ausreichend Impfstoff vorhanden gewesen. Selbst bei größeren Kapazitäten oder höherer Nachfrage hätten die Ärzte nicht mehr Menschen immunisieren können. Das sähe nun anders auch, auch deshalb soll das Modellprojekt bald auf Länderebene Fuß fassen. Weitere Arztpraxen sollen mitmachen.

Die Impfstoffverteilung läuft somit, zumindest im Modellprojekt, über die Impfzentren. Von einer Beteiligung der Apotheken ist aktuell keine Rede. „Ob und wie sich das in den kommenden Wochen ändern wird, bleibt abzuwarten. Das ist dann auch Sache des Landes und nicht mehr die Entscheidung des Landkreises.“ Nordwestmecklenburg klopft sich auf die Schulter – es ist das erste Pilotprojekt, das drei Wochen nach dem Start bislang als gelungen bezeichnet werden kann. „Die mediale Aufmerksamkeit, die wir gemeinsam mit dem Initiator Dr. Fabian Holbe aus Neuburg auf das Projekt gezogen haben, hat uns selbst überrascht.“ Holbe ist Allgemeinmediziner und impft seit Beginn des Projektes in seiner Praxis. Seiner Erfahrung nach lässt sich das Impfen in der eigenen Praxis gut umsetzen.

 

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