Apothekenbote weigert sich, Mundschutz zu tragen

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Fachgesellschaften sehen Maskenpflicht kritisch

Chronisch Kranke, die auch einen chirurgischen Mundschutz oder eine genähte Baumwollmaske nicht verwenden wollen oder können, sollten sich nach Ansicht des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) mit ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen. Empfindet ein Patient das Tragen als Belastung für sich und seinen Körper, so sollte darauf verzichtet werden. Der DAAB hat sich zur Klärung dieser Frage an ärztliche Fachgesellschaften und Verbände sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) gewandt und hofft auf eine zeitnahe Empfehlung und Einschätzung.

Attest, um Strafen zu vermeiden

Beim niedersächsischen Gesundheitsministerium verweist man darauf, dass keine Attestpflicht besteht. Hierdurch sollen zusätzlich anfallende Arztbesuche verhindert werden. Es existiere auch keine Liste, in der die Krankheiten aufgezählt würden, die von einer Maskenpflicht ausgenommen seien. So könnten, zumindest in Niedersachsen, nicht nur Menschen mit Lungenerkrankungen auf das Tragen von Masken verzichten, auch Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien, insofern medizinisch nötig, vom Tragen der Maske ausgeschlossen.

Im Falle einer Kontrolle müssen die Beschwerden jedoch glaubhaft nachgewiesen werden. Laut Aussagen des niedersächsischen Gesundheitsministeriums könnte hierfür beispielsweise der Schwerbehindertenausweis dienen. Allergiker könnten auch ihren Allergiepass vorlegen. Die genaue Diagnose muss gegenüber der Polizei und dem Ordnungsamt somit nicht dargelegt werden. Patienten, die kein Dokument zum Nachweis der chronischen Krankheit besitzen, können sich ein Schreiben vom behandelnden Arzt ausstellen lassen – auch hier muss die Diagnose nicht vermerkt werden. Das Ministerium verweist darauf, dass auch Personen mit psychischen Erkrankungen von der Maskenpflicht ausgenommen werden könnten.

 

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