Apothekenbote weigert sich, Mundschutz zu tragen

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Ansammlung von CO2 in der Lunge?

In Zeiten von Corona sind Fake-News oder Aussagen mit gefährlichem Halbwissen schnell medial gestreut. Auch beim Thema Masken kam es zu ersten populären Aussagen, die nicht ausreichend belegt sind. So verbreitete sich in den sozialen Medien nach Einführung der Maskenpflicht rasch ein Bild, dass vor CO2-Ansammlungen in der Lunge warnte. Der Staat würde die Menschen durch die Maskenpflicht sedieren und dadurch kontrollieren wollen. Laut Herstellern wie 3M und Dräger ist mit solch einer Ansammlung bei zertifizierten, geprüften Atemschutzmasken nicht zu rechnen. So verweist 3M auf die entsprechenden Normen: „Die EN149 Norm setzt klare Grenzen für den Ein- und Ausatemwiderstand von Atemschutzmasken – die Norm 14683 entsprechend für chirurgische Masken.“ Anwender müssten – bei korrekter Handhabung – nicht mit einer Ansammlung von Kohlendioxid unter dem Atemschutz rechnen.

Erhöhung der Keimzahl in der Atemluft

Das Tragen der Masken wird von vielen Menschen als lästig empfunden – das Atmen fällt schwer und der Hustenreiz scheint zuzunehmen. Schlechte Luft und gereizte Schleimhäute sind jedoch nicht nur unangenehm: Krankheitserreger wie Viren und Bakterien haben leichteres Spiel. Sie können sich auf trockener Schleimhaut einfacher festsetzen und sich in der Nase sowie im Mund- und Rachenraum vermehren. Deshalb betiteln Kritiker die Masken auch als regelrechte „Keimschleuder“. Ein zu langes Tragen der Masken führt unter anderem dazu, dass die Maske durchfeuchtet und aufweicht. Dieses feucht-warme Klima stellt optimale Bedingungen für Keime dar. Daher sollten die Masken regelmäßig gewechselt und nach der Benutzung getrocknet und gereinigt werden. Denn nur mit der richtigen Handhabung können sie einen Schutz darstellen. Einfache Masken wie chirurgischer Mundschutz müssen nach einmaliger Benutzung in einen geschlossenen Mülleimer entsorgt werden.

Maske bei Asthma und COPD

Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen können beim Aufsetzen eines Mund-Nasenschutzes Probleme bekommen – das Atmen durch die Maske ist zum einen schwieriger und zum anderen kann der erhöhte CO2-Gehalt in der einzuatmenden Luft zu einer Verschlechterung des Grundzustandes führen. Patienten mit sehr schwerem Asthma, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder Patienten die eine Sauerstoff-Langzeit-Therapie (LOT) erhalten können durch das längere Tragen eines Mundschutzes geschwächt werden. Dieser Effekt ist vor allem bei einer Verwendung von medizinischen Atemschutzmasken der Filterklassen FFP2 und FFP3 zu verzeichnen. Der zusätzliche Atemwiederstand, der durch das Ventil entsteht, stellt eine zusätzliche Hürde für die Betroffenen dar.

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