Apothekenbote weigert sich, Mundschutz zu tragen

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Nach Einführung der Maskenpflicht entschied sich die Apothekerin dazu, dass auch die Boten auf ihren Touren Masken oder Visiere tragen sollen. Zwar hatte Karge den Botendienst bereits auf eine kontaktlose Variante umgestellt, dennoch wollte sie das Risiko einer möglichen Keimübertragung weiter senken. Immerhin sei sie ja nicht vor Ort und könnte nicht kontrollieren, ob die Patienten tatsächlich alle hinter verschlossenen Türen in ihren Wohnungen bleiben. Zunächst weigerte sich ein Bote, einen Mundschutz zu tragen, doch wenige Tage später wiederholte sich das Problem: „Bei mir ist es der zweite Bote, der keine Maske tragen möchte, unabhängig von medizinischen Gründen. Sie lehnen es einfach ab.“

Karge akzeptiert die Ansicht, auch wenn sie selbst diese Haltung nicht nachvollziehen kann, und zieht Konsequenzen. „Ich habe mich dazu entschlossen, die beiden betreffenden Personen vom Botendienst auszuschließen. Aktuell tragen sie Flyer aus.“ Das Gute: Aufgrund der zahlreichen Bewerber konnte der Botendienst in gleichbleibenden Umfang fortgeführt werden. „Lange musste ich nicht auf Ersatz warten. Da die anfängliche Bereitschaft so hoch war, habe ich direkt einen neuen Boten gefunden, der trägt nun auf seinen Fahrten eine Maske.“

Angeblicher Verstoß gegen das Grundgesetz

Die Boten beziehen sich bei ihrer Verweigerung auf das Grundgesetz. Die Maskenpflicht verstoße dabei explizit gegen Artikel 2, in dem es heißt: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte Anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder Sittengesetz verstößt.“ Die Boten sehen die Pflicht, eine Maske im Gesicht zu tragen, somit als gesetzeswidrig. Häufig beziehen sich Gegner der Maskenpflicht auch auf das Vermummungsverbot in der Öffentlichkeit. Nach § 17a Abs 2 des Vermummungsgesetzes ist das Verhüllen des Gesichtes unter gewissen Umständen eine Straftat.

Maskenpflicht nutzlos

Andere Kritiker sehen in der Maskenpflicht keinen relevanten Mehrwert in Bezug auf die Verbreitung des Virus. Sie verweisen darauf, dass Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Mundschutzpflicht skeptisch sehen. Vielmehr vermuten sie zusätzliche Risiken durch das Tragen der Masken, da der Großteil der Menschen dies nicht korrekt tut. Kritiker warnen davor, dass die Maske ein Sicherheitsgefühl gibt, welches nicht existiert – somit wird der Gebrauch von Community-Masken & Co. abgelehnt.

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