Aerosolbildung: Atmen schlimmer als Husten

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Je größer der Partikel also ist, desto schneller spielt er keine Rolle mehr bei einer potentiellen Infektion über Aerosole. Doch auch weitere Faktoren tragen zur Beseitigung von Aerosolen bei. Die Luftfeuchtigkeit der Umgebung trägt beispielsweise zum Wachstum oder zum Schrumpfen von flüssigen Aerosolen bei. Bei einer hohen Umgebungsfeuchte kann Flüssigkeit an kleinsten Partikeln anhaften. Durch diesen Prozess vergrößern sich die Aerosole, werden schwerer und sinken zu Boden. Auch in umgekehrter Reihenfolge ist dieser Prozess möglich. Bei sehr trockener Luft kommt es zur Verdunstung von Flüssigkeit am Partikel – das Gewicht sinkt, die Aerosole bleiben länger in der Luft.

Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein Wassertropfen mit der initialen Größe von 100 μm bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent lediglich 15 Sekunden benötigt, um durch Verdunstungsprozesse auf eine Größe von 0,14 μm zu schrumpfen. Das entspricht der Größe von Sars-CoV-2. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent verlängert sich diese zeit um das vier- bis fünffache. Neben der Luftfeuchtigkeit trägt auch die Luftumwälzung zur Beseitigung der Aerosole bei. Je häufiger gelüftet wird, desto besser kann die Aerosollast gesenkt werden. Zusätzliches Aufstellen von Luftreinigern kann die Aerosollast zusätzlich senken.

Interessant sind Forschungsergebnisse mit Influenzaviren aus dem Jahre 2008. Hier untersuchten Wissenschaftler die Viruslast von Grippe-Patienten in der Atem- und in der Sprechluft. Die Wissenschaftler der University of Massachusetts konnten zeigen, dass beim Atmen bei 35 von 37 mit Influenza infizierten Patienten eine hohe Anzahl an Influenza­Viren im kleinen Partikelgrößenbereich gefunden werden konnte. Bei der Husten-Probe konnte nur bei 16 von 37 Patienten Virus-RNA nachgewiesen werden. Auch die Gesamtmenge an Virusmaterial war in der Atemluft höher als in der ausgehusteten Luft.

 

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