Zuzahlungen

DocMorris mit Testkauf überführt?

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Auch an der zweiten Front stehen die niederländischen Versender unter Druck. Kohlpharma sieht nicht ein, DocMorris den Herstellerrabatt zu erstatten, solange nicht alle Bestimmungen aus dem Rahmenvertrag eingehalten werden. Der Importeur hat die Versandapotheke verklagt, um die in den vergangenen Jahren überwiesenen Beträge zurückzubekommen.

Rückendeckung gab es vom Bundessozialgericht (BSG): DocMorris müsse sich nicht der Preisbindung unterwerfen; diesen Wettbewerbsvorteil habe der EuGH im Ausland ansässigen Apotheken zuerkannt. „Das spricht aber nicht dafür, dass ausländischen Apotheken zusätzlich zu diesen Wettbewerbsvorteilen noch die sich aus dem deutschen Arzneimittelpreisrecht ergebenden Vorteile zu gewähren sind, solange diese Apotheken das Arzneimittelpreisrecht nicht insgesamt akzeptieren“, hieß es in einem Beschluss zu einem entsprechenden Verfahren.

Vor einem Monat hatte der Steuerberater und Rechtsanwalt Dr. Bernhard Bellinger im Auftrag mehrerer Apotheker alle großen Verbände der Pharmaindustrie angeschrieben. Weil sich DocMorris nicht an die Preisbindung hält, sollen die Hersteller der Versandapotheke auch den Herstellerabschlag nicht mehr erstatten, so der Aufruf.

Wie viele Unternehmen diesem Aufruf gefolgt sind, ist nicht bekannt. Aus Sicht des GKV-Spitzenverbands fallen die Herstellerabschläge jedenfalls trotz Boni-Gewährung an – auch das geht aus der Antwort des Verbands an Hönig und Partner hervor. Auch der BKK Dachverband sieht die EU-Versender in der Pflicht, die Abschläge abzuführen, fordert aber eine Klarstellung.

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