Wo sind die fehlenden Medikamente?

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Der 69-Jährige aus Coesfeld wies dies von sich. Er habe damals nach einem letzten Notdienst am 30. Januar von außen abgeschlossen, den Schlüssel durch die Notklappe geworfen, argumentierte er laut der Regionalzeitung vor Gericht. Danach habe er die Apotheke nicht mehr betreten. Er wisse auch gar nicht, was er mit Medikamenten im Wert von 26.000 Euro hätte anfangen sollen. Denn offiziell hätte er sie nicht verkaufen dürfen, wird der Pharmazeut zitiert. Grundsätzlich gilt: Mit dem Verlust der Verkaufsfläche durch die Pachtkündigung wird automatisch die Betriebserlaubnis entzogen. Der Apotheker wies auf weitere Unstimmigkeiten mit der Verpächterin seit Vertragsabschluss hin und gab an, dass er durch seine „Gutmütigkeit“ über den Tisch gezogen wurde.

Die Verpächterin berichtete ihrerseits über Probleme mit dem Angeklagten. So soll der Apotheker von Anfang an Schulden nicht beglichen und am Ende des Pachtverhältnisses ein Chaos hinterlassen haben. Beim Betreten der Apotheke im Februar 2016 habe sie gedacht, „wir fallen tot um“, zitiert sie die Neue Westfälische. Die Rede war auch von Drohungen seitens seines Wirtschaftsberaters: Die Zeitung berichtet von einer „im einschüchternden Stil eines Dorf-Paten“ verfassten Mail, die verlesen und zu den Akten genommen wurde.

Am Ende des ersten Verhandlungstages sprach die Strafrichterin von einem „Eisberggefühl“: Nach der Vernehmung der Verpächterin mit vielen neuen Details und Namen möglicher Zeugen hätte sich laut dem Bericht nur dessen Spitze gezeigt. Nun soll weiter ermittelt werden. Bis genauere Erkenntnisse vorliegen, wird der Prozess ausgesetzt.

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