Vorbildlich oder unlauter? Apotheken werben mit FFP2-Boni

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Sie sei dabei dank Elac und der Tochter Pluspunkt in einer noch vorteilhafteren Position. „Wir sind halt eine große Kooperation und beziehen da Millionen von Masken. Entsprechende Konditionen haben wir.“ Als Einzelapotheken habe sie sich nicht einmal selbst um den Einkauf kümmern müssen, die Pluspunkt-Zentrale in Leipzig habe den Bedarf der Mitglieder abgefragt und dann eine große Sammelbestellung aufgegeben. Dass andere Apotheken durch eigene Anbietersuche, Preisvergleich und Bestellung zusätzlich zum ohnehin großen Aufwand für die Aktion Kritik an Rabatten und der Werbung dafür üben, könne sie sogar ein Stück weit verstehen. „Viele Apotheken, die vorher schon sehr haushalten mussten, kommen da in Stress. Und der entlädt sich halt manchmal.“

Ihr Ziel sei aber nicht, die Konkurrenz zu ärgern, sondern das bestmögliche für ihre Kunden herauszuholen, beteuert sie. Auch sie sieht die Aktion eher als Werbung für den gesamten Berufsstand. „Es wird mit Sicherheit im Nachhinein eine Debatte geben, ob sich die Apotheker an der Maskenverteilung bereichert haben. Auch dem will ich entgegenwirken, aber dann dürfen wir uns nicht verstecken!“ Anders als Friedl verzichtet Schank auch auf die zwei Euro Zuzahlung – und weist die Kritik daran wiederum entschieden zurück. „Die müssten mal Verordnung und Gesetze lesen, um zu wissen, was man machen darf und soll!“, sagt sie in Richtung ihrer Kritiker.

Tatsächlich herrscht vielerorts Ungewissheit über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zuzahlung – sind Apotheken verpflichtet, das Geld zu nehmen? Nicht unbedingt, sagt die Abda, wünscht es sich aber trotzdem: „Nach dem Wortlaut der Regelung ist es zunächst naheliegend, eine Pflicht der Anspruchsberechtigten zur Leistung der Eigenbeteiligung anzunehmen“, heißt es in einer kurzen Stellungnahme. „Ob sich dem Wortlaut der Regelung auch eine Einziehungspflicht der abgebenden Apotheke entnehmen lässt, ist hingegen zweifelhaft.“ Denn der Verordnungsgeber selbst sei der Auffassung, dass die Eigenbeteiligung nach § 6 Schutzmaskenverordnung keine Zuzahlung im Sinne des § 61 Sozialgesetznuch (SGB V) ist. Die diesbezüglichen Regelungen könnten damit nicht unmittelbar zur Anwendung kommen. „Allerdings erachten auch wir es als wünschenswert, dass die Apotheken die vom Verordnungsgeber vorgesehene Eigenbeteiligung bei den Anspruchsberechtigten einziehen, um eine verantwortungsvolle Inanspruchnahme der bereitgestellten Schutzmasken zu gewährleisten, und diese nicht als Wettbewerbsinstrument nutzen. Eine rechtliche Möglichkeit, dies im Einzelfall zu unterbinden, sehen wir jedoch nicht.“

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