Verurteilter Bodybuilder reißt Apotheker mit rein

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Berlin - Weil er an einen Bodybuilder Testosteron und Insulin abgab und dabei in einigen Fällen zunächst kein Rezept verlangte, droht einem Apotheker aus dem Saarland der Entzug seiner Approbation. Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht konnte er zumindest erreichen, dass der seine Klage aufschiebende Wirkung hat. Jetzt geht die Sache vor das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes.

Die Ermittlungsbehörden waren der Dopingszene im Saarland auf der Fährte. Ein Bodybuilder wurde wegen des gewerbsmäßigen Handelns mit Dopingmitteln zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Apotheker geriet gewissermaßen als Beifang mit ins Netz. Er akzeptierte den Strafbefehl und zahlte die verhängte Geldstrafe von 18.000 Euro Euro. Zu einem Strafprozess gegen ihn kam es nicht.

Doch die Aufsichtsbehörde leitete im Anschluss ein Verwaltungsverfahren ein und kam zu dem Schluss, dass die Erkenntnisse aus dem Strafbefehl den Entzug der Approbation aufgrund Unzuverlässigkeit und Unwürdigkeit des Apothekers rechtfertigten. Sein Verhalten sei anderenfalls geeignet, das Ansehen des Berufsstandes in der Öffentlichkeit und das in diesen gesetzte Vertrauen nachhaltig zu erschüttern.

Der Apotheker legte Widerspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung, denn die Aufsichtsbehörde hatte ihn aufgefordert, seine Approbationsurkunde unverzüglich auszuhändigen. Mit dem Entzug der Approbation würden vollendete Tatsachen geschaffen, der Entzug seiner Lebensgrundlage sei eine ungewöhnliche Härte. Die vermeintliche Abgabe von Rx-Arzneimitteln ohne Rezept habe einen Bodybuilder im Saarland betroffen. Es habe zu seiner Apotheke auch zuvor keinerlei Beanstandungen gegeben und auch im Nachgang zu dem Strafverfahren sei kein Fehlverhalten aufgetreten. Zudem sei das Verfahren mit Strafbefehl abgeschlossen worden, ohne dass Anklage erhoben oder von einem Strafgericht angenommen worden wäre.

Im Strafbefehl war dem Apotheker neben dem Dopingmittelhandel der unerlaubte Besitz einer Schusswaffe vorgeworfen worden. Diese hat er nach eigenen Angaben vor Jahren als „Dekowaffe“ geschenkt bekommen. Er sei davon ausgegangen, dass es sich um ein nicht funktionsfähiges Dekorationsobjekt gehalten habe. Insofern handele es sich um einen Tatbestandsirrtum, der im Strafbefehl nicht berücksichtigt sei. Diesen habe er nur aus prozesstaktischen Gründen akzeptiert.

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