Erbitterter Streit

Vermieterin lässt Apotheke versiegeln Eugenie Ankowitsch, 21.09.2018 15:40 Uhr

Berlin - Weil ihr Nachfolger seine Miete nicht zahlte, kündigte Apothekerin Dr. Dorothee Knell den Vertrag für die Räume der Pelikan-Apotheke in Düsseldorf. Am Ende wurde die Offizin sogar von der Polizei versiegelt. Der vorübergehende Leerstand droht ihr zum Verhängnis zu werden: Knell muss damit rechnen, dass die 127 Jahre alte Pelikan-Apotheke für immer geschlossen bleibt. Denn das Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf lehnt eine Wiedereröffnung der Apotheke wegen fehlender Barrierefreiheit ab. Doch nun gibt sich die Stadt gesprächsbereit und will gemeinsam mit der Apothekerin nach Lösungen suchen.

Knells Familie betrieb die Apotheke mehrere Jahrzehnte lang, 2015 verkaufte sie den Betrieb an einen jungen Apotheker. Der war nach eigener Aussage zunächst sehr glücklich; sein Steuerberater habe allerdings schon damals Bedenken bezüglich der Höhe der Miete geäußert. 3300 Euro inklusive Nebenkosten sollte der Apotheker an Knell als Eigentümerin des Hauses zahlen. „Doch ich fand die Apotheke so wunderschön und war überzeugt, dass das schon funktionieren wird“, erinnert sich der Apotheker.

Doch es hat nicht funktioniert. Innerhalb von dreieinhalb Jahren ging die Zahl der Apothekenangestellten nach seinen Angaben von zehn auf drei zurück. Mehrfach habe man bei Knell wegen einer Mietsenkung vorgesprochen. Doch sie habe jedes Mal abgeblockt und auf der Zahlung der vollständigen Miete bestanden. Seit April dieses Jahres habe er keine Mietzahlungen mehr geleistet, räumt er ein.

Der Stress und die Anspannung der vergangenen Monate hätten ihn gesundheitlich so stark mitgenommen, dass er beschlossen habe, die Apotheke aufzugeben. „Ich dachte mir: bis hierhin und nicht weiter“, berichtet er. „Ich möchte nicht tot umfallen.“ Gesagt, getan. Der Apotheker kontaktierte den Großhandel und leitete die Schließung der Apotheke in die Wege. Seine Vermieterin stellte er jedoch erst am Tag der Schließung vor vollendete Tatsachen.

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