Corona bremst Apothekenübernahmen

Treuhand: 2,6 Millionen Euro ist der neue Durchschnitt APOTHEKE ADHOC, 18.05.2020 15:43 Uhr

Auffällig ist auch, dass immer mehr Apotheken mit sehr hohen Umsätzen den Durchschnitt nach oben ziehen. In der Statistik bewirkt das, dass mittlerweile 60 Prozent aller Apotheken unter dem rechnerischen Durchschnitt liegen. Außerdem zeigen die Zahlen ein deutliches Ost-West-Gefälle: Während der GKV-Umsatz in den alten Bundesländern 73 Prozent ausmacht, sind es in den neuen Ländern 85 Prozent. Im Westen kommen 13 Prozent PKV, 11,5 Prozent OTC und 2,5 Prozent sonstiger Handverkauf dazu, in den neuen Bundesländern nur 6,5 Prozent PKV-Anteil und 6,5 sowie 2 Prozent in der Selbstmedikation.

Die GKV-Umsätze stiegen im Durchschnitt um 6,5 Prozent: „Wesentlicher Treiber der Entwicklung waren neue, innovative Arzneimittel und die vermehrte Abgabe von Grippeimpfstoffen. Zwar wurden auch etwas mehr Packungen abgegeben als im Vorjahr, doch ist die Preis- beziehungsweise Umsatzentwicklung wesentlich bedeutender als die Mengenentwicklung“, so die Analyse der Treuhand.

Der Rohgewinn stieg laut Treuhand im vergangenen Jahr um 3 bis 3,5 Prozent und damit geringer als der Umsatz – was wieder mit den Hochpreisern zu tun hat. Die Rohgewinnspanne lag 2019 bei einer Apotheke im Westen bei durchschnittlich 23,5 Prozent, im Osten sogar nur bei 20,9 Prozent. Die absoluten Rohgewinne sind dennoch um 15.000 bis 20.000 Euro gestiegen. Die Gesamtkosten sind mit rund 3 Prozent in etwa genauso stark gestiegen wie der Rohgewinn.

Kostensteigerungen gab es laut Treuhand vor allem beim Personal durch die Tariflohnerhöhung: Im Westen lagen die Personalkosten demnach bei 10,9 Prozent vom Umsatz, im Osten bei 8,9 Prozent. Der „Unternehmerlohn“ ist dabei noch nicht enthalten. Bei den sonstigen Kosten haben sich die Apotheken auf dem Niveau von 2018 gehalten. „Hier beobachten wir Veränderungen bei Abschreibungen und Zinsen, was auf verstärkte Investitionen schließen lässt“, teilt die Treuhand mit. Das Betriebsergebnis lag bei 5,6 Prozent (West) und 6 Prozent (Ost). Dazu kommen allerdings noch 6000 Euro, die jede Apotheke durchschnittlich aus dem Nacht- und Notdienstfonds bekommen hat.

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