Studie: E-Rezept killt 7000 Apotheken

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Parallel dazu kommt es laut Studie zu erheblichen Umsatzverschiebungen zum Online-Handel mit Arzneimitteln. Wieder gibt die Studie drei Szenarien vor.

„Rx 1“ mit 20 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit: Die Rabattierungsmöglichkeit durch ausländische Versandapotheken wird wieder verboten. Das E-Rezept wird wider Erwarten doch nicht eingeführt, weshalb die Lieferung von Rx-Arzneimitteln weiterhin mehrere Tage dauert. Konzepte wie der Noweda-Burda-Zusammenschluss und der Vorstoß der Apotheken Umschau führten zur Stärkung der Apotheke vor Ort und sorgten dafür, dass einige Versandkäufe durch die kleine lokale Apotheke durchgeführt würden statt über große Versender. In diesem Fall wächst der Rx-Versandhandel „nur von aktuell 476 Millionen Euro auf 748 Millionen Euro im Jahr 2030“.

„Rx 2“ mit 45 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit: Holländische Versender können weiterhin Boni gewähren. In Großstädten wird die 24-Stunden-Lieferung zum Standard. Das E-Rezept wird 2020 eingeführt mit einigen Anfangsschwierigkeiten und benötigt einige Jahre, um sich zu etablieren. Die Apotheken vor Ort kommen mit digitalen Konzepten nur schleppend voran. Bis 2030 steigt hier der Rx-Versandhandelsumsatz auf 5 Prozent oder 2,5 Milliarden Euro an.

„Rx 3“ mit 35 Prozent Eintrittswahrscheinlichkeit: Auch deutsche Versandhändler dürfen Boni gewähren. In großen und mittelgroßen Städten wird die 24-Stunden-Lieferung Standard. Das E-Rezept ist ein voller Erfolg und Ärzte senden ihre Rezepte oft direkt an DocMorris, Shop-Apotheke oder Amazon. Die digitalen Vor-Ort-Konzepte zünden nicht, da sich die Apothekeninhaber in internen Grabenkämpfen verlieren. Im Wort-Case-Szenario steigt der Rx-Versandhandelsumsatz bis zum Jahr 2030 auf knapp über 5 Milliarden Euro oder 10 Prozent. 4,3 Milliarden Euro Mehrumsatz erzielen Versandhändler in Szenario 3 auf Kosten der stationären Apotheken.

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