Studie: E-Rezept killt 7000 Apotheken

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Drei Szenarien hält die Dr. Kaske-Studie in Sachen E-Rezept für (unterschiedlich) wahrscheinlich: Szenario 1 gibt die Studie eine Chance von nur 20 Prozent: Das E-Rezept wird wider Erwarten doch nicht im Frühjahr 2020 eingeführt. Grund dafür sind die anhaltenden starken Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Die verzögerte Einführung werde begleitet von vielen Schutzmechanismen für die Apotheke vor Ort. Folgerezepte dürfen weiterhin nur vom Arzt ausgestellt werden. Trotzdem geht die Studie auch in diesem Fall von einem weiteren Sinken der Apothekenzahlen aus: Im Jahr 2030 würden dann nur noch knapp 15.000 Vor-Ort-Apotheken übrig bleiben.

Szenario 2 verfügt laut Dr. Kaske über die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit von 45 Prozent: Das E-Rezept wird wie geplant im Frühjahr 2020 eingeführt. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten wird es von Ärzten und Patienten zunehmend genutzt. Online-Apotheken erleben durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Folgerezept-Ausstellung durch Apotheker einen zusätzlichen Aufschwung. Zudem setzen sie auf Next-Day-Delivery und in Ballungszentren auf Same-Day-Delivery. In diesem Szenario sinkt die Apothekenzahl in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf knapp 13.700.

Szenario 3 mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 35 Prozent ist für die Vor-Ort-Apotheken am dramatischsten: Das E-Rezept wird wie geplant 2020 eingeführt. Ärzte, Patienten und Apotheker stellen sich mit technischen Erweiterungen auf die Digitalisierung des Rezeptes ein. Online-Apotheken werden wegen des „Convenience-Faktors“ zunehmend zur ersten Wahl, auch dank Same-Day-Delivery und bequemer 1-Klick-Bestellung. In den nächsten zehn Jahren schließen laut Studie dann jeden Tag durchschnittlich zwei stationäre Apotheken in Deutschland. Im Jahr 2030 sänke die Apothekenzahl auf nur noch 11.871.

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