Proteste, Petitionen, Pressekonferenzen

Streit um Mohren-Apotheke eskaliert

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Also wechselte Podszus die Strategie: Sie ging in die Offensive. „Den Mittwoch nach der Demo haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was wir nun tun können“, erzählt sie. „Innerhalb von zwei Tagen haben wir dann die Pressekonferenz auf die Beine gestellt.“ In der distanzierten sie sich von jeglichem Rassismus, versuchten Verständnis für die Sicht der Aktivisten zu zeigen und erneuerten explizit ihr Gesprächsangebot und kündigten eine erneute Petition für die Beibehaltung des Namens an. Denn Podszus hat die Debatte schon einmal geführt, als im benachbarten Frankfurt 2018 ein Streit um die dortigen Mohren-Apotheken entbrannte. Podszus behalf sich damals mit einer Petition, die sich gegen die Forderungen stellte. Damals wie heute sei das auf Betreiben der Kundschaft zustande gekommen, beteuert sie. „Die Leute kamen reihenweise in die Apotheke und fragten ‚Wo können wir unterschreiben, damit Sie Ihren Namen behalten können?‘“, erzählt sie.

Ihre Petition konkurriert nun mit der der Aktivisten und zumindest nach Unterzeichnerzahlen ist der Stand eindeutig: Knapp 900 Menschen unterschrieben für die Umbenennung der Apotheke, über 25.000 hingegen für die Beibehaltung des Namens. Die Zeit scheint also für Podszus zu spielen. Sie hoffe, dass sich das Thema verläuft, sollten die Aktivisten sehen, dass sie nicht genug Unterstützung mobilisieren können.

Ihrer Auffassung nach sollte das besser früher als später geschehen: „Ich fahre jeden Tag mit einem mulmigen Gefühl hierher, weil ich nie weiß, was noch passieren könnte. Nicht, dass mir jemand die Apotheke beschmiert oder die Scheiben einschmeißt.“ Vor allem wolle sie sich wieder auf das konzentrieren, wozu sie eigentlich da ist. „Es ist ja nicht so, dass ich mich vorher gelangweilt hätte“, sagt sie. „Im Moment schaffe ich ja kaum noch meine eigene Arbeit in der Apotheke.“

 

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