Software vom Apotheker

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Nach seiner Approbation hängte er noch ein Informatikstudium dran. Aber nach dem Examen, um das Jahr 2000 herum, brach die New Economy zusammen und riss reihenweise Internet-Start-ups mit in die Tiefe. „Als Programmierer hatte ich damals nur wenig Chancen, Banken gehörten zu den wenigen, die noch einstellten, aber auf eine Stelle gab es an die 200 Bewerbungen“, erinnert sich Lang. Also kehrte er zu seiner zweiten Passion und in die elterliche Apotheke zurück. „Hier bin ich aufgewachsen und hab auch vor dem Studium schon mitgearbeitet.“ Er habe schon immer selbstständig sein wollen. „Ende 2006 habe ich den Betrieb übernommen.“

Bei der Einsatzplanung ist ihm sein eigenes Programm jetzt eine große Hilfe: „Als Apotheker kann ich detailliert für jeden Tag meinen genauen Personalbedarf eintragen und ihn auch nach Berufsgruppen sortieren“, erläutert Lang. „Das Programm sagt mir, ob ich dann zu viel oder zu wenig Mitarbeiter habe und ob zum Beispiel die Pflichtzeiten für Approbierte abgedeckt sind.“ Jeder Mitarbeiter kann die Software nutzen. „Wer mit einem Kollegen seinen Dienst tauscht, kann das selbstständig eintragen, innerhalb weniger Sekunden synchronisiert das Programm die Änderungen auf allen Rechnern, auf denen es installiert ist.“

Schnell machte die Kunde von der praktischen Software die Runde: „Kollegen, denen ich die Anwendung zeigte, fragten mich, ob sie die auch für ihren Betrieb übernehmen können.“ Viele Apotheker brachten ihren eigenen Anforderungskatalog mit. „So wollten sie zum Beispiel auch ihre Filialen mit einbeziehen.“ Allein in der Testphase habe es schon über 100 Anfragen gegeben. „Auch der Landesapothekerverband in Baden-Württemberg hat sich eingeklinkt. Ich habe das Programm konstant weiterentwickelt. Irgendwann steckte so viel Aufwand darin, das ich es marktfähig machen wollte.“ Seine Software taufte er „Ratioplan“ und gründete dafür mit seiner Ehefrau eine gemeinsame Firma. Miriam Lang zeichnet für die Grafiken verantwortlich und gestaltet die Internetseite.

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