Banden- und gewerbsmäßiger Betrug

Rezeptfälschung: Prozess gegen Apotheker-Bande Tobias Lau, 12.02.2018 18:15 Uhr

Der Deal sah offenbar folgendermaßen aus: H. Verkauft die Präparate zum Großhandelspreis und zahlte ihnen einen sogenannten „Kickback“ von 30 Prozent des Preises. Das heißt: Die Apotheker haben den vollen Preis an H. überwiesen, dieser hob dann 30 Prozent des eingegangenen Preises von seinem Konto ab und übergab den Apothekern das Geld in bar. Die Bande, die an diesem Prozedere verdiente, soll insgesamt aus zehn Männern und einer Frau im Alter zwischen 31 und 64 Jahren bestanden haben. Unter den Tatverdächtigen sind fünf Apotheker.

Der Hauptangeklagte H. lebte zuletzt mit Galya S. in Bulgarien und soll für die Vorbereitungen und Ausführungen der Taten eigens nach Berlin gereist sein. Das Duo wurde im Juli 2017 in einem Hotel in Treptow festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Nicht nur war der Hauptangeklagte, Apotheker H., umfassend geständig, er belastete auch Edin S. im Weiteren schwer: Er sei die treibende Kraft hinter dem großangelegten Betrug gewesen. H.s berufliche und private Situation sei 2012 äußerst angespannt gewesen. Er stand nach eigener Aussage kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin, als S. an ihn herangentreten sei. Zuerst habe er nur ein paar Psychopharmaka „übrig gehabt“ und H. gefragt, ob er sie für ihn unter der Hand absetzen könne. So habe Edin S. den Stein ins Rollen gebracht.

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