Landgericht bestätigt Urteil

Rezeptfälscherin: Fast drei Jahre Haft für ehemalige Lehrerin

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Im November 2018 hatte das Landgericht Osnabrück sie deshalb wegen Betruges in Tateinheit mit Urkundenfälschung in 112 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt. Doch ein gutes halbes Jahr später hatte der BGH das Urteil teilweise aufgehoben. Zwar bestätigte der BGH damals den Schuldspruch und die Feststellungen zur Sache. Aus Sicht der Richter war jedoch mit Blick auf das Strafmaß erneut zu prüfen, ob der Angeklagten eine besondere Strafmilderung zugutekommen musste. Denn Gisela O. hatte sich von Anfang sehr kooperativ gezeigt: Nicht nur war sie bereits zu Prozessbeginn vollumfänglich geständig.

Sie stimmte auch noch während des Ermittlungsverfahrens der Verwertung eines Großteils ihres privaten Vermögens zu. Unter anderem ließ sie ihr Einfamilienhaus versteigern, um die Summe in die Schadenswiedergutmachung einzubringen. Bereits während des Ermittlungsverfahrens konnte so eine Summe von rund 700.000 Euro generiert werden. Doch es half nicht viel: Am Donnerstag entschied die 25. Große Strafkammer am Landgericht Osnabrück, dass auch unter Berücksichtigung dieses Aspekts für die vor dem Landgericht zu verhandelnden Taten eine Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten tat- und schuldangemessen sei. Und es kam sogar noch ein Monat obendrauf. Zwischenzeitlich war Gisela O. nämlich vom Amtsgericht Osnabrück wegen eines Straßenverkehrsdelikts zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Diese noch nicht vollstreckte Strafe wurde in die neu zu bildende Gesamtstrafe durch Umrechnung in Haftzeit mit einbezogen, sodass die Freiheitsstrafe im Ergebnis nun insgesamt sogar einen Monat höher ausfiel als in der ersten Entscheidung.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Es kann bezüglich des Strafausspruchs und der Entscheidung über die Werteinziehung binnen einer Woche erneut mit der Revision zum BGH angegriffen werden. Dabei geht es noch einmal um sehr viel für Gisela O.: Denn wird das Urteil rechtskräftig, verliert sie ihre Rechte als Beamtin, was unerfreuliche Folgen für ihre Krankenversicherung und Altersversorgung hätte.

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