Apothekerbande: 15.000 Euro pro Rezept

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In dem Zusammenhang wurden heute Morgen 20 Wohn- und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg durchsucht, darunter vier Apotheken. Der Großteil der Räumlichkeiten befindet sich in der Hauptstadt. Monatelange intensive Ermittlungen sind die Grundlage für die Durchsuchungen und Haftbefehle.

Erst im April wurde ein 60-Jähriger Apotheker zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt, der vielfach manipulierte Rezepte über teure Medikamente zur Abrechnung eingereicht hatte, ohne diese an die Patienten abgegeben zu haben. Seine Komplizin, eine Sprechstundenhilfe, erhielt eine Bewährungsstrafe. Insgesamt 545 gefälschte Rezepte soll sie an den Apotheker weiterverkauft haben. Der Apotheker habe die Präparate zwischen Januar 2008 und Dezember 2011 mit den Krankenkassen abgerechnet. Die Anklage sprach von gewerbsmäßigem Betrug in mindestens 40 Fällen. Der Schaden zu Lasten der Krankenkassen beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro.

Im November vergangenen Jahres erhielten zwei Krefelder jeweils eine zweijährige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Schöffengericht Mönchengladbach hatte einen 45-jährigen Apotheker und den 69-jährigen Mitangeklagten wegen gewerbsmäßigen Betruges in 26 Fällen verurteilt. Mit den sogenannten Luftrezepten sorgten die Verurteilten zwischen 2009 und 2011 bei der AOK Rheinland/Hamburg für einen Schaden von 110.430 Euro.

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