Diskriminierung

PTA wegen Kopftuch nicht eingestellt Torsten Bless, 25.07.2018 15:17 Uhr

Stattdessen verweist er auf ein online verbreitetes Statement: „Wir, die Mitarbeiter der PAM-Apotheke und ich, arbeiten nach dem Grundsatz: Alle Menschen sind gleich; gleich welcher Abstammung, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung oder sexuellen Ausrichtung“, schreibt Weigand. „Daraus folgt notwendigerweise das Neutralitätsprinzip. Neutralität ist ein striktes Gebot des deutschen Religionsverfassungsrechts und bedeutet einfach religiös-weltanschauliche Unparteilichkeit in einer freien, offenen Gesellschaft. Wir halten uns strikt daran und senden keine Symbolik, welches diesem Prinzip widerspräche. In diesem Team arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Lebensläufen und unterschiedlichen Religionen – für jedes Teammitglied gelten diese Grundsätze und das wird in der Zukunft auch so bleiben!“

Özkay-Başaran hat derweil offizielle Stellen eingeschaltet. Die Landesapothekerkammer bedauerte den Vorfall „außerordentlich“. Aber: „Nach dem vorliegend geschilderten Sachverhalt ist kein berufsrechtlicher Verstoß ersichtlich“, schrieb die stellvertretende Justiziarin Ina Förderer. Ob eine Diskriminierung stattgefunden habe, obliege „grundsätzlich nicht der Beurteilung und Ahndung“ durch die Kammer. „Ihnen steht es jedoch frei, dies im Rechtswege durch die Arbeitsgerichtsbarkeit überprüfen zu lassen.“

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schütze „Bewerber und Bewerberinnen davor, in Auswahlverfahren für den Zugang zu einer Erwerbstätigkeit wegen ihrer Religion oder ihrer ethnischen Herkunft benachteiligt zu werden“, antwortete die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). „Machen Arbeitgeber die Stellenbesetzung von der Bereitschaft abhängig, auf das Tragen religiöser Kleidungsstücke am Arbeitsplatz zu verzichten, kann darin ein Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot liegen. Grundsätzlich sind Stellenabsagen aufgrund eines Kopftuches unzulässig.“

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