Apothekerkammer Niedersachsen

Protest gegen Kammer: Homöopathen wollen Grams-Fortbildung verhindern Tobias Lau, 04.02.2020 14:25 Uhr

Doch die drei belassen es nicht bei einer Verteidigung der Homöopathie, sondern gehen Grams direkt an. Sie habe „weder eine Expertise in der Pharmazie noch in der Wissenschaft. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen in der Homöopathie sind gering.“ Und mehr noch: „Frau Grams fiel auf akademischem Boden bereits mehrfach bei der Ärzteschaft durch“, so die Hahnemann-Leute. Gemeint sind damit vor allem zwei Veranstaltungen, an denen Grams in der Vergangenheit teilgenommen hat, erklärt Hahnemann-Vorstand Ulrike Fröhlich auf Anfrage: Einmal habe Grams bei einem Vortrag auf Einladung des Instituts für Bioethik der Uni Münster die Nachfragen eines homoöpathischen Arztes nicht ausreichend beantworten können. „Da konnte sie in der Diskussion wissenschaftlich nicht bestehen“, so Fröhlich. Mit dem anderen Fall meint Fröhlich das Chaos um Grams‘ Vortrag an der Uni Mainz Ende 2018. Auch damals hatte die Hahnemann-Gesellschaft versucht, den Vortrag zu verhindern. Am Ende musste er unter Polizeischutz stattfinden – beide Seiten nahmen für sich in Anspruch, diejenigen zu sein, die geschützt wurden.

Gerade, weil es sich beim Publikum um pharmazeutisches Fachpersonal handelt, obliege der Kammer „eine besondere Sorgfaltspflicht in der Auswahl der Referierenden“, schreibt die Hahnemann-Gesellschaft nun in ihrem Protestschreiben. Grams selbst zeigt sich von Kritik an ihrer Person wenig beeindruckt. „Das ist bezeichnend und geht wie immer darum, kritische Bewertungen mundtot zu machen“, erklärt sie auf Anfrage. Durch die Betonung ihrer persönlichen Rolle sehe sie sich eher bestätigt. „Der Motor dieser Schärfe ist, dass die wissenschaftlichen Argumente aufseiten der Kritiker sind“, sagt sie. „Da muss man halt auf Versorgunsgforschung von 2005 zurückgreifen, statt auf aktuelle Erkenntnisse und die bestverfügbare Evidenz. Außer persönlichen Diskreditierungsversuchen bleibt dann wenig.“

Dabei sieht sich Grams nicht nur persönlich falsch dargestellt, sondern auch den Inhalt ihrer Vorträge: Es gehe ihr nämlich keinesfalls darum, bei den Apothekern Propaganda gegen Homöopathie zu betreiben. „Der Vortrag ist in seiner Ankündigung vielleicht schärfer als in seinem Inhalt. Ich will eher die Aufklärungsrolle der Apotheker thematisieren“, sagt sie. Denn die sei zentral. Da die allermeisten homöopathischen Präparate nicht von Ärzten verschrieben werden, sondern in der Selbstmedikation Anwendung finden, komme der Beratung durch Apotheker eine entscheidende Rolle zu. Und mit beraten meint sie nicht zwangsläufig abraten. „Bei Bagatellkrankheiten ist vielleicht auch nichts einzuwenden, wenn Patienten auf Homöopathie vertrauen, aber bei ernsten Beschwerden kommt Apothekern eine wichtige Gatekeeper-Funktion zu.“ Es sei wichtig, dabei „nicht zu vergraulen, sondern aufzuklären“.

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