Frauenärzte kritisieren Apotheken-Beratung

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Der Frauenärzteverband interpretiert diese Entwicklung anders. Der jahrelange Rückgang der Abtreibungen setze sich im ersten Quartal 2015 noch fort und höre dann auf. Im zweiten bis vierten Quartal gebe es im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Schwangerschaftsabbrüche. „Der einzige zeitliche Zusammenhang, den wir hier sehen, ist die Tatsache, dass beide Arzneimittel zur Notfallverhütung seit Mitte März rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind“, sagte Albring.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will die Vorwürfe der Frauenärzte ernst nehmen und kündigte für Bayern Gespräche mit den Apothekern an. Die Ministerin erklärte: „Die Pille danach ist keine harmlose Halsschmerztablette, sondern ein starkes Medikament. Mit dem Wegfall der Verschreibungspflicht haben die Apotheker eine große Verantwortung übernommen: die Frauen in Ihrer schwierigen Situation umfassend zu beraten. Ich appelliere an die Apotheker, dieser Verantwortung auch nachzukommen. Das Bayerische Gesundheitsministerium wird die Sorgen der Frauenärzte ernstnehmen – und das Gespräch mit den Apothekern in Bayern suchen. Klar ist: Zum Schutz der Patientinnen ist eine umfassende und sorgfältige Beratung durch die Apotheker notwendig, das gilt vor allem für Minderjährige.“

Die Ministerin unterstrich: „Ich kann nur vor einem sorglosen Umgang mit der Pille danach warnen. Sie darf nicht als alternatives Verhütungsmittel eingesetzt werden. Denn sie ist ein stark wirksames Arzneimittel, das gravierend in den Hormonhaushalt der Frauen eingreift. Deshalb ist vor der Einnahme der Pille danach trotz der Rezeptfreiheit eine ärztliche Untersuchung und Beratung sinnvoll. Denn: Die Pille danach kann starke Nebenwirkungen haben. Das geht über Übelkeit und Blutungen bis hin zu Zyklusstörungen."

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