Pharmaziestudent stellt sogar RKI in Frage

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Weiter argumentierte er, dass die symptomatischen Covid-19-Fallzahlen unter den Ungeimpften ab- und unter den Geimpften zunähmen. Die Ungeimpften spielten also eine immer geringere Rolle im Pandemiegeschehen, während die der Geimpften stark zunehme, so seine Schlussfolgerung. Da das Risiko, wegen Influenza intensivmedizinische behandelt werden zu müssen, genauso groß sei, aber ohne jegliche staatliche Schutzmaßnahme aktzeptiert werde, fehle der Ungleichbehandlung von gegen Covid-19 Geimpften und Ungeimpften ein sachlicher Grund.

Kein nachgewiesener Nutzen

Studien, wissenschaftliche Erkenntnisse oder gar wissenschaftliche Evidenz über die Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen im Sinne der 2G-Regeln lägen nicht vor. Es handele sich um ein allein politisch motiviertes soziales Experiment in der Hoffnung, dadurch die politische Kontrolle über die Pandemie zu erlangen. Epidemiologische Evidenz spreche vielmehr dafür, dass soziale Kontakte in private Räume verlagert würden, in denen das Infektionsrisiko um ein Vielfaches höher sei.

Als Alternativen zu selektiven Kontaktbeschränkungen kämen verschiedene Maßnahmen in Betracht: der gezielte Schutz von Risikogruppen, die Sicherstellung der Raumlufthygiene, die Einsatz von Schnelltests, insbesondere von Reihentestungen in Risikosettings („1G“), die Wiederherstellung der intensivmedizinischen Kapazitäten des Jahres 2019, der schnelle und systematische Einsatz hochwirksamer Covid-19-Medikamente sowie gezielte Impfangebote.

Viele geimpfte Imtensivpatienten

Dagegen gehe von Geimpften eine ganz erhebliche Virusausbreitung aus, der Student sah die Schutzwirkung vor schweren Verläufen sogar dadurch widerlegt, dass geimpfte über 60-Jährige eine überproportionale Rolle auf den Intensivstationen im Vergleich zu ungeimpften 20- bis 59-Jährigen spielten.

Unter Verweis auf ein Gutachtren im Auftrag des Vereins „Initiative freie Impfentscheidung“ machte er verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich Berufsfreiheit und allgemeinem Persönlichkeitsrecht geltend: Das Ziel, die Pandemie durch eine hohe Impfquote unter Kontrolle zu bringen, sei an den Hochschulen des Landes erreicht. Es sei danach nicht ersichtlich, zu welchem konkreten Zweck die Maßnahmen aufrecht erhalten würden. Eine „echte“ Herdenimmunität anzustreben, sei unrealistisch und daher verfassungsrechtlich nicht legitim. Durch die angefochtenen Zugangsbeschränkungen würden Ungeimpfte im Vergleich zu Geimpften und Genesenen rechtswidrig ungleich behandelt.

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