Apothekenbetriebsordnung

Pharmazieräte: Rezeptur, Heim und Versand Patrick Hollstein, 21.11.2017 13:48 Uhr

Ebenfalls eine Reaktion auf aktuelle Gerichtsurteile ist die Klarstellung, dass bei der Heimversorgung im Regelfall die Erreichbarkeit binnen eines Zeitraums von höchstens einer Stunde sicherzustellen ist. Dies sei fachlich geboten, um eine ordnungsgemäße Arzneimittel-Versorgung zu gewährleisten. so die APD in ihrer Klarstellung zu § 12a Apothekengesetz (ApoG).

Laut Gesetzestext ist ein Heimversorgungsvertrag zu genehmigen, wenn Apotheke und Heim innerhalb desselben Kreises oder derselben kreisfreien Stadt oder in einander benachbarten Kreisen oder kreisfreien Städten liegen. 2013 hatte das OVG in Nordrhein Westfalen entschieden, dass in Analogie zur Klinikversorgung eine Anfahrtzeit von einer Stunde zulässig ist. Die Vorgabe wiederum stammte vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG). Zuletzt hatte es Gerichtsentscheidungen gegeben, in denen die Vorgaben für klinikversorgende Apotheken relativiert wurden.

Daneben gab es bei der Pharmazierätetagung praktische Themen: Cannabisblüten sind laut Resolution als Rezeptur-Ausgangsstoffe anzusehen. Nur bei Vorliegen eines validen Prüfzertifikates nach § 6 Abs. 3 ApBetrO ist die Überprüfung der Identität nach § 11 ApBetrO ausreichend. Die Auswahl der geeigneten Prüfmethoden liegt in der Verantwortung des Apothekers. Infrage kommt neben makroskopischer (Stereolupe) und mikroskopischer Prüfung auch eine „fotographische Dokumentation mithilfe relativ einfacher photographischer Mittel“. Bei der DC-Methode (DAB oder DAC) können laut Resolution Referenzsubstanzen eingesetzt werden. Für die Abgabe ist ein sachgerechtes Primär-Packmittel mit entsprechender Kennzeichnung zu wählen.

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