Pharma Mall: Export-Apothekerin aufgeflogen

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Die Apothekerin versuchte noch, die Veröffentlichung mit einem Antrag auf Rechtsschutz zu stoppen, das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht lehnte ihr Ersuchen jedoch ab. Nun wird vor Gericht gestritten, ob sie ihre Großhandelserlaubnis behalten darf. Die Apothekerin hofft, mit einem externen Gutachten die GDP-Konformität nachweisen und die Lizenz damit behalten zu können.

Dass der Fall überhaupt aufgeflogen ist, hängt offenbar mit der seit 2013 geltenden Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) zusammen. Diese sieht vor, dass Apotheke und Großhandel räumlich abgetrennt sein müssen, einige Aufsichtsbehörden fordern sogar ein eigenständiges Gewerbe. Damit wären sie aber für den Graumarkt aus dem Rennen, denn als Apotheke ohne Großhandelserlaubnis dürften laut Arzneimittelgesetz (AMG) Medikamente nur an Endkunden, Ärzte und andere Apotheken abgeben – und nicht an ihren eigenen Großhandel zum Weiterverkauf. Tatsächlich firmiert der Großhandel der Apothekerin unter demselben unverfänglichen Namen wie eine ihrer Filialapotheken, nur dass er eben als eigenständiges Gewerbe angemeldet ist. Ob die Behörde den Transfer von Ware ahnden will, ist nicht bekannt.

So oder so ist der Fall für die Apothekerin eine peinliche Angelegenheit. Denn bundesweit haben Apotheken immer wieder Probleme, an kontingentierte Ware zu kommen. Hersteller wie AstraZeneca machen Großhändler und Apotheker verantwortlich, die Präparate in erheblichem Ausmaß ins europäische Ausland zu exportieren.

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