Pfusch-Prozess: Amtsapothekerin muss aussagen

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Analysen der Infusionen seien nicht vorgenommen worden. L. habe nirgendwo Zyto-Proben gezogen. Es habe nach ihrem Kenntnisstand kein Labor in Deutschland gegeben, dass diese Proben hätte untersuchen können. Der Nebenklage-Anwalt verwies auf die Proben des Landeszentrums Gesundheit und des Paul-Ehrlich-Instituts. Die Amtsapothekerin sagte, diese hätten Vorlaufzeit gehabt und die Verfahren zunächst validieren müssen.

Laut L. gibt es einen Widerspruch zwischen einem Erlass des Gesundheitsministeriums und dem Gesetz. Das Gesetz sage, Proben seien zu ziehen. Der Erlass sage, Proben zu ziehen sei möglich. „Ich stand in engem Kontakt mit S. Wir haben Punkt für Punkt besprochen, wie man das umsetzen kann. Das ist auch eine Form der Überwachung“, sagte die Amtsapothekerin. Bei Kontrollen sei S. immer anwesend gewesen, Mitarbeiter alleine habe sie nicht gesprochen.

Die Amtsapothekerin war auch bei der Razzia in der Alten Apotheke anwesend. Dabei habe sie gesehen, dass Anbrüche nicht dokumentiert wurden. Im April 2016 kam ein Lehrer einer PTA-Schule in ihr Büro, um ihr mitzuteilen, dass in der Alten Apotheke Anbrüche nach Verfallsdatum verbraucht werden. „Ich habe ihm gesagt, dass das bekannt ist und bundesweit so gemacht wird“, zitiert Correctiv die Amtsapothekerin. Die Quelle des Lehrers kenne sie nicht, sie wisse nur, dass dieser Lehrer mit einem Mitarbeiter der Alten Apotheke befreundet sei.

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