Palais sucht Drive-in-Apotheker

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Als Bauherr, so viel hat Ziegler gelernt, braucht man Geld und Humor. Für das Geld sorgen Eigenkapital und die Bank, den Humor bringt der Zahnarzt mit: „Das Ärztezentrum wird vor dem Berliner Flughafen fertig“, versichert er lächelnd. Jeden Dienstag um 12 Uhr gibt es in der schicken Zahnarztpraxis am Kurfürstendamm keine Termine bei Dr. Ziegler. Da steht er nämlich auf seiner Baustelle in Potsdam. Seit Jahren. Und hält für ein paar Stunden an, statt vorbeizufahren. Er begutachtet dann den Stand der Bauarbeiten.

„Ich habe mir damals im Vorüberfahren immer gedacht, dass es eine Schande für die Berliner Vorstadt ist, dass dieses schöne Gebäude leer steht und vor sich hingammelt.“ Dann kam ihm der Zufall zu Hilfe. „Ich habe einen Zahntechnikermeister in seinem Labor in Wannsee besucht. Dort stand ein Pappmodell von diesem Haus – er war der Besitzer!“ Auch er hatte Pläne, das alte Palais zu einem schicken Ärztehaus umzubauen, auf halber Strecke verließ ihn aber der Elan und auch die Kosten stiegen stetig.

Eine Chance für Ziegler, der das Gebäude kaufte. Und mit ihm auch ein paar Probleme. Ein halbes Jahr, so die mutige Prognose einiger konsultierter Experten, sollten die Renovierungsarbeiten dauern. Was für Einfamilienhäuser gilt, gilt auch für ein schönes altes Palais: Ein Bau oder Umbau dauert immer länger als geplant und kostet immer mehr. Und hinterher ist man immer schlauer.

Als die Flüchtlingskrise kam und Wohnraum in Potsdam knapp wurde, erwog Ziegler, aus dem Projekt eine Unterkunft zu machen. „Gesagt, getan. Wir haben den Bauantrag geändert. Und schon kamen neue Auflagen, zum Beispiel sollte das Haus nun zwei Fluchtwege haben. Dazu wären zwei Treppenhäuser nötig gewesen, das war allerdings aus Denkmalschutzgründen nicht möglich und viel zu teuer.“ Ziegler nahm es als neuerlichen Wink des Schicksals und kehrte zu den Ärzte- und Apothekerhausplänen zurück. „Meine Berater lagen mit der Zeiteinschätzung leider ganz falsch. Alles ist sehr kompliziert und ich bin da nicht der Profi“, sagt Ziegler. Und: „Man wird verrückt dabei!“

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