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Nullretax: BKK Energie rudert zurück Nadine Tröbitscher, 12.02.2018 15:10 Uhr

Die Kasse hat die Verantwortlichen bei der Abdata um Stellungnahme gebeten – die Antwort steht noch aus. Grundsätzlich gilt: „Die Abrechnung und Rezeptbelieferung zu Lasten der Energie-BKK ist ausschließlich über das offizielle Haupt-IK 102129930 möglich.“ Dieses ist laut Heine auch auf den gültigen Krankenversichertenkarten ausgewiesen.

Im geschilderten Fall hatte die Apotheke einem Patienten das falsche IK der BKK Energie auf der Kundenkarte zugeordnet. Als die erste Retaxation in der Apotheke eintraf, wurden der Patzer sofort korrigiert und Einspruch gegen die Absetzung eingelegt. Den Fehler gestand die Apotheke ein: „Wir haben dem Patienten versehentlich eine andere IK-Nummer – Ihrer verschiedenen Energie-BKK's zugeordnet“, heißt es im Widerspruch. „Da es gespeichert wird, fragt unser System nicht mehr nach der IK-Nummer des Patienten. [...] Wie soll man da erkennen, dass es falsch ist?“

Die Apotheke hoffte auf Nachsicht. „Gibt es denn nicht eine menschliche Lösung? Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie eben 3000 Euro weniger Gehalt auf Ihrem Konto haben?“, fragt die Apothekerin. Schließlich sei der Versicherte nicht falsch, sondern lediglich mit dem Produkt der falschen Firma versorgt worden. Die Apotheke kämpfte gegen die Nullretaxation. „Eine Vollabsetzung der Kosten bei Nichtabgabe des Rabattvertragspartners ist nicht zulässig.“ Dabei bezog sich die Apotheke auf den Retax-Deal aus dem Frühjahr 2016 und bat um eine Korrektur auf den Differenzbetrag. Laut einem Urteil des Bundessozialgerichtes (BSG) aus dem Jahr 2013 sind Vollabsetzungen bei Nichtabgabe des Rabattartikels zwar zulässig. Die Kasse kann jedoch im Einzelfall darauf verzichten. Man konnte also nur noch auf Kulanz seitens der Kasse hoffen.

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