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Nullretax: BKK Energie rudert zurück Nadine Tröbitscher, 12.02.2018 15:10 Uhr

Die BKK Energie zeigte sich kooperativ und bemüht und willigte schließlich ein, einen Teilbetrag zu erstatten. „Zu den Zeitpunkten der Verordnungen gab es jedoch bestimmte Rabattverträge zu den Wirkstoffen, so dass wir Ihnen die Summe erstatten können, die von unserem Dienstleister mit Ihrer Apotheke abgerechnet worden wäre, wenn Sie die Rabattarzneimittel abgegeben hätten“, teilte die Kasse der betroffenen Apotheke mit. Zur Berechnung des Erstattungsbetrages wurde der Durchschnitt der drei günstigsten Arzneimittel ermittelt. Anschließend wurden der VK-Abschlag sowie 10 Prozent für entgangene Herstellerrabatte abgezogen. Die Erstattungssumme „erhalten Sie in einer der nächsten Abrechnungen als Gutschrift“, so die BKK Energie. Die Herstellerrabatte, die aufgrund der fehlerhaften Abrechnung an die Kasse gezahlt wurden, sollen vom Dienstleister ermittelt und zurückerstattet werden.

Offen bleibt jedoch die Frage warum BKK Energie nicht gleich BKK Energie ist und alte inaktive IK nicht im System gelöscht werden. Denn dann wäre der Fehler bereits in der Apotheke aufgefallen. Heine teilt jedoch auf Nachfrage mit, dass alte IK nicht von der Abdata aus der Lauer-Taxe gelöscht würden. Die BKK Energie habe nun jedoch beauftragt, alle bestehenden Rabattverträge auch für alte IK zu melden.

Warum Kassen mehrere IK haben, ist schnell erklärt: Die zahlreichen Fusionen der vergangenen Jahre haben die Angaben unübersichtlich gemacht. Für die Energie BKK etwa sind in der Software noch 40 Kennzeichen hinterlegt. Zwar wird nur eine Kennung aktiv verwendet, doch wenn eine andere eingegeben wird, schlägt das System nicht Alarm. Heine bezog wie folgt Stellung: „Nach unseren bisherigen Recherchen werden in der aktuellen Lauer-Taxe zahlreiche IK für die Energie-BKK aufgeführt, die teilweise nicht offiziell von der Arge IK vergeben wurden beziehungsweise zu einem früheren Zeitpunkt Gültigkeit hatten. Es handelt sich somit um niemals oder nicht mehr zulässige IK, auf deren Grundlage die Rabattverträge und der Zahlungsverkehr mit den Leistungserbringern nicht abgewickelt werden können/dürfen.“

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