Zuschlag für eRezept

Noventi schnappt sich Gerda Alexander Müller, 17.06.2019 10:21 Uhr aktualisiert am 17.06.2019 16:18 Uhr

Just heute hat Noventi die Freigabe für den ersten Meilenstein der Entwicklung erhalten. Die Software für die Beta-Version steht, bis zum 15. Juli soll sie fertig sein, die Abnahme einen Monat später erfolgen. Diese Entwicklung aus dem Hause Noventi wird letztlich von der NGDA betrieben. Die Software steht dann auch allen anderen EDV-Anbietern zur Verfügung, die gegen die vorgegebene Schnittstelle testen können. Das soll in den kommenden zwei Wochen ermöglicht werden.

Die umfangreichen Spezifikationen lassen sich auf zwei Hauptfunktionen herunterbrechen: den Rezeptspeicher und die Statusübergänge. Damit muss beispielsweise sichergestellt werden, dass ein Rezept nur einmal in einer Apotheke abgegeben werden kann. Klingt trivial, aber es muss zum Beispiel einen technisch definierten Vorgang dafür geben, wenn der Patient das Rezept doch zurückfordert, weil er es in einer anderen Apotheke einlösen möchte. Zu den Funktionen zählt auch, wie der Patient eine Apotheke auswählen kann, wenn das Rezept auf dem Speicher hinterlegt ist – direkt digital oder indem er einen QR-Code selbst in die Offizin trägt.

Den Zuschlag hat Noventi zunächst für Gerda bekommen, aber die Hoffnung dahinter ist natürlich, weitere Modellprojekte zu ergattern und letztlich die allgemeine Lösung für den DAV zu liefern. CEO Dr. Hermann Sommer freut sich zwar über das Vertrauen, deutet aber an, dass man in seinem Haus noch Verbesserungsvorschläge hat: „Das Konzept muss aus unserer Sicht zwar noch etwas justiert werden, aber da sind wir im engen Austausch mit dem DAV. Wir sind jedenfalls froh, das Feld der digitalen Zukunft im Gesundheitswesen Deutschlands gemeinsam mit dem Verband zu gestalten.“

Dass Gerda erst im November an den Start geht, ist laut LAK der Einbindung in das Docdirekt-System der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg geschuldet. Los gehen soll es mit dem „normalen“ Muster 16 Rezept. BtM-Verordnungen und Heil- und Hilfsmittel sollen schrittweise folgen. Bei Docdirekt können sich Patienten per Videochat oder Telefon an einen Arzt wenden. Seit Mitte April 2016 haben sich rund 4000 Nutzer per Anruf an Docdirekt gewandt. Die Patienten erhalten über einen elektronischen Schlüssel Zugriff auf das Rezept und können es an eine Apotheke ihrer Wahl senden. Das Land fördert die eRezept-Entwicklung mit rund einer Million Euro.

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