DuoTrav-Augentropfen

Novartis: Für die Apotheke nichts, für den Versender alles? Tobias Lau, 18.06.2019 15:15 Uhr

Stattdessen sieht Novartis mögliche Gründe in der Politik: „Eine weitere Ursache können die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen – unter anderem Festbetragsregelungen – sein. In Deutschland ist das Preisniveau niedriger als teilweise im europäischen Ausland, was zu einem Abfluss von für den deutschen Markt bestimmter Ware führt. Damit kann es zu Lieferengpässen kommen, obwohl Novartis den deutschen Markt mehr als ausreichend beliefert.“ Für die Apotheken hat der Konzern aber noch einen gut gemeinten Rat: „Gegebenenfalls“ könne eine Nachfrage der Apotheke bei mehreren Großhändlern hilfreich sein. „Auch die rechtzeitige Vorbestellung oder gegebenenfalls die Bevorratung der Apotheke mit DuoTrav als Lagerartikel wäre eine Option.“

Aus Friedrichs Sicht hingegen ist die Sachlage auch ohne eine Stellungnahme von Novartis klar, es gehe um den Kampf zwischen kapitalgesteuerten Verandkonzernen und inhabergeführten Kleinbetrieben: „Die Konzerne unterstützen den Versandhandel gezielt. Es ist eine bodenlose Frechheit, wie man mit den Apotheken vor Ort umgeht!“ Er zeigt sich überzeugt, dass Hersteller wie Novartis den großen Versendern bevorzugt Ware verkaufen. „Der Industrie sind die kleinen Apotheken vor Ort doch nur noch ein Dorn im Auge, allein schon, weil es sich viel mehr lohnt, in großen Gebinden zu verkaufen“, sagt er. „Dort können die ihr ganzes Portfolio viel besser unterbringen als in kleinen Apotheken. Denen ist doch egal, ob ihre Produkte in Apotheken verkauft werden oder in einer Schütte im Aldi.“

Und die gemutmaßte Strategie von Novartis gehe auf: „So entsteht beim Verbraucher der Eindruck, dass er im Versand alles kriegt und in der Apotheke nichts.“ Dieser Zustand werde von der Politik nicht nur geduldet, sondern gefördert, schließlich entspreche er der Vorstellung, dass nur durch den Versandhandel eine flächendeckende Versorgung gewährleistet werde. „Und in dem Fall hier hätten die ja damit sogar recht!“, empört er sich. Für Friedrich ist das vermutete Vorgehen von Konzernen wie Novartis ein Puzzleteil in einer größeren strukturellen Entwicklung hin zu einer Konzentration der Gesundheitsversorgung in den Händen einiger großer Aktiengesellschaften und Investoren. „Die Industrie sollte nicht so tun, als wäre sie unser Freund. Die Mittelständler sind das vielleicht, nicht aber die großen Konzerne. Wir sind hier in einer knallharten Schlacht und die fallen uns in den Rücken.“

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