DuoTrav-Augentropfen

Novartis: Für die Apotheke nichts, für den Versender alles? Tobias Lau, 18.06.2019 15:15 Uhr

Dass es schwierig sein könnte, die Augentropfen zu bekommen, sollte man beim Blick auf die Internetseiten von DocMorris und Shop-Apotheke eigentlich nicht vermuten. Dort ist keine Rede davon, dass etwas nicht verfügbar sein könnte. Ganz im Gegenteil prangen dort Banner mit „Bonus sichern!“ und „2,50 € Bonus“ auf dem Arzneimittel. Halten die Versandapotheken etwa hinterm Berg, wenn es um Lieferschwierigkeiten geht? Da muss man wohl persönlich nachfragen – doch das gestaltet sich auf Anhieb gar nicht so leicht. Bei den ersten Versuchen in der DocMorris-Hotline sind gute Nerven gefragt. Erst will eine Stimme aus der Dose, dass man per Taste angibt, weshalb man anruft, nur um dann zu sagen: „Leider kommt es im Moment zu langen Wartezeiten. Rufen Sie uns später erneut an. Der Anruf ist für Sie kostenfrei. Auf Wiederhören.“ Gespräch beendet.

Ein zweiter und dritter Versuch in regelmäßigen Abständen sind nicht viel erfolgreicher. Erst im vierten Anlauf ist ein lebender Mensch an der Leitung und gibt nach Angabe der PZN freundlich Auskunft. „Hier liegen keine Meldungen zu Lieferschwierigkeiten vor, das ist eigentlich immer lieferbar“, sagt er. Noch schneller geht es bei Shop-Apotheke. „Sieht gut aus. Reichlich auf Lager und sofort lieferbar“, sagt ein ebenso freundlicher Mitarbeiter beim ersten Anruf, räumt aber auf Nachfrage auch ein, dass er nur auf das jetzige Lager schauen könne und nicht wisse, ob es eventuell von Herstellerseite Engpässe geben könnte – alles betont im Konjunktiv.

Dabei produziert Novartis nach eigenen Angaben mehr als genug von DuoTrav-Augentropfen: „Aufgrund ungewöhnlich hoher Nachfrage könnte es möglich sein, dass die Reichweiten beim Großhandel zeitweise gering sind, obwohl die Belieferung durch Novartis den Bedarf für den deutschen Markt bequem deckt“, antwortet der Konzern auf die Frage nach möglichen Engpässen. Warum es keine Meldung beim BfArM gibt, obwohl DuoTrav vielerorts nicht verfügbar ist; wie es sein kann, dass es in Vor-Ort-Apotheken seit mehreren Monaten Lieferschwierigkeiten gibt, bei Versendern aber nicht; ob Novartis bevorzugt an Versandapotheken liefert und ein Interesse daran hat, diese gegenüber den Präsenzapotheken zu stärken – all diese Fragen lässt das Unternehmen unbeantwortet.

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