Notfallkontrazeptiva

Neuer BAK-Leitfaden zur „Pille danach“

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Klargestellt wird in der neuen Version der Handlungsempfehlungen, dass die Vertraulichkeit der Beratung schon laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sicher zu stellen ist. Die Offizin muss demnach so eingerichtet sein, dass das Mithören des Beratungsgesprächs durch andere Kunden weitestgehend verhindert wird.

Auch bei der Frage, wo die Grenzen der Selbstmedikation liegen und wann die Patientin an einen Arzt verwiesen werden sollte, erfolgte eine Klarstellung: Nur wenn der ungeschützte Geschlechtsverkehr länger als 120 Stunden zurückliegt, die Anwendung der Notfallkontrazeptiva nicht in Frage kommt oder eine Schwangerschaft vermutet wird, soll die „Pille danach“ nicht abgegeben werden. Andere Fälle seien hingegen per se kein Grund für eine Abgabeverweigerung, etwa Vorerkrankungen, die die Wirksamkeit der Präparate vermindern könnten, Hinweise auf Geschlechtskrankheiten oder der Verdacht auf eine Vergewaltigung. In diesem Fällen soll aber der anschließende Besuch beim Arzt empfohlen werden.

Neu ist der Hinweis darauf, dass die Kosten für Frauen unter 20 auch weiterhin von den Krankenkassen übernommen werden. „Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen einer ärztlichen Verordnung.“

Apotheker sollen Patientinnen schließlich auf die Möglichkeit einer anonymen und kostenfreien Beratung zu Schwangerschaft und Verhütung in einer Beratungsstelle aufmerksam machen. Die BAK verweist auf die Datenbank und die Informationsmaterialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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