Masken zu früh verteilt: Apotheker abgemahnt

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Und die Anwälte gehen sogar noch weiter: Bundesgerichtshof und Bundesverwaltungsgericht hätten in ihrer Rechtsprechung bereits klargemacht, dass es wettbewerbsrechtlich unzulässig sei, wenn Apotheken ihren Kunden beim Erwerb von verschreibungsrechtlichen Arzneimitteln Werbegeschenke machen. Die kostenlosen FFP2-Masken für Risikopatienten betrachten sie demnach als unzulässige Werbegeschenke – und verlangen von Burgdorf, dass er eine strafbewährte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Der denkt gar nicht dran. „Ich habe bis heute Abend Zeit, zu unterschreiben. Aber das werde ich nicht tun. Wenn die möchten, sollen sie mich ruhig verklagen.“

Er habe bereits seine Anwälte konsultiert und die hätten ihm geraten, es zur Not auf einen Prozess ankommen zu lassen, denn ein wettbewerbsrechtlicher Verstoß sei in seinem Vorgehen nicht eindeutig zu erkennen. Die Unterlassungserklärung in Bezug auf die Abgabe zu unterzeichnen, macht ohnehin wenig Sinn – die Verordnung ist seit Dienstag in Kraft.

„Aber rein technisch ist es dennoch ein Risiko für mich: sie könnten mich verklagen und Anwaltskosten sowie Verlustausfall verlangen“, sagt Burgdorf. Davon gehe er aber nicht aus – und zwar nicht nur, weil er die juristische Argumentation als äußerst wacklig ansieht, sondern auch, weil er nicht glaubt, dass sein Mitbewerber daran wirklich ein Interesse hat. „Die haben gemerkt, dass sich das hier in der Gegend rumgesprochen hat und überhaupt nicht gut ankommt“, sagt er. Denn Burgdorf weiß sehr gut, wer ihn da abgemahnt hat: Er hat nämlich bisher nach eigenen Angaben ein gutes Verhältnis zu seinem Mitbewerber gehabt und ihm sogar Hilfe bei der Maskenverteilung angeboten.

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