Masken-Deals: Spahns Ehemann war doch beteiligt

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Dass er den auflaufen ließ, hatte anscheinend aber noch andere Gründe – er hatte wohl persönliche Befindlichkeiten: „Und nun noch in eigener Sache: Ich bin ja nicht nur Ehemann des Gesundheitsministers, sondern auch Bürger – und als solcher beobachte ich mit gewissem Unbehagen, wie bestimmte Menschen mit einer Mischung aus Hysterie und Selbstgerechtigkeit kommentieren, richten & teilweise übelst beleidigen“, zitiert Spiegel Funke.

Damit habe er wohl auf einen Facebook-Post seines Bekannten vom Vortag angespielt, indem sich der sich über das Verhaltens Spahns und Laschets bei einem Krankenhausbesuch echauffiert hatte. Die beiden hatten keinen Abstand gehalten. „Wir haben mittlerweile gefühlt 82 Millionen Virologen im Land. Deshalb bin ich auch so frei, jeden aus meiner FB-Liste zu löschen, der diesem, für mich unangenehmen, Typus entspricht“, so Funke. Der Kontakt sei danach abgerissen, das Geschäft kam nicht zustande. Ob er wirklich aus persönlichen Gründen auf die Vermittlung eines Maskengeschäfts verzichtete, erklärt Funke nicht. Auf eine Anfrage des Spiegel hin wollte er sich nicht öffentlich äußern.

In mindestens einem Fall war die Vermittlung allerdings erfolgreich: Am 12. März hatte der Schweizer Händler NopixGlobal Funke ein Angebot geschickt und sich dabei auf einen gemeinsamen Bekannten bezogen. Am selben Tag leitete Funke die Mail an Spahn weiter. Ohne Ausschreibung erhielt die Schweizer Firma einen Vertrag über 1,5 Millionen FFP2- und KN95-Masken. Nach Angaben des BMG sei das Angebot „unvoreingenommen von der zuständigen Beschaffungsstelle“ abgearbeitet worden.

Unterdessen streitet sich das Ministerium weiter mit rund 80 Lieferanten, die ihm unter anderem vorwerfen, gegenüber weiteren Lieferanten und Logistikern – darunter Fiege – benachteiligt worden zu sein. Das BMG hatte Aufträge nur teilweise oder gar nicht bezahlt und sich auf Mängel berufen. Eine Nacherfüllung sei jedoch aufgrund des Fixcharakters des Geschäfts ausgeschlossen – genau die hatte das BMG anderen Firmen aber eingeräumt, so der Vorwurf. Nach der Abweisung einer Klage Mitte März hat das Landgericht Bonn am Mittwoch erstmals gegen das BMG geurteilt und es zu einer Nachzahlung von 1,8 Millionen Euro verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

 

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