Kry-Chefin: Wir vermitteln das E-Rezept

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Weil die aktuell laufenden Pilotprojekte des Deutschen Apothekerverbands (DAV) in Baden-Württemberg und Berlin keine flächendeckende Abdeckung ermöglicht hätten, habe man sich zum Start für eine andere Lösung entschieden, so Koehn. Die absehbare dynamische Entwicklung des E-Rezept-Angebots in Deutschland werde aber im kommenden Jahr weitere Partnerschaften interessant machen. „Wir stehen erst am Anfang und sind mit den relevanten Akteuren im Gespräch. Für Kry ist wichtig, dass jeder Patient jede Apotheke in Deutschland auswählen kann.“

In Deutschland bietet Kry nach Angaben von Koehn Telemedizin an sieben Tagen in der Woche an: An Wochentagen zwischen 7 und 22 Uhr und am Wochenende und Feiertagen zwischen 8 und 20 Uhr. Ziel sei, zu diesen Zeiten innerhalb von 15 bis 30 Minuten Tele-Sprechstunden anzubieten, so Koehn: „Die Öffnungszeiten können wir im Moment mit einer zweistelligen Zahl von Ärzten abdecken. Je nach Anfrageentwicklung sollen weitere Ärzte hinzukommen.“ Der Ärztekontakt erfolgt ausschließlich über die Kry-App. „In Deutschland ist noch viel Aufklärungsarbeit über die Möglichkeiten der Telemedizin erforderlich, in Schweden ist das schon viel bekannter. Hier müssen wir die Aufklärung noch vorantreiben. Da sind alle Akteure gefragt.“

Europaweit wurde die Kry-App schon 1,2 Millionen Mal heruntergeladen, eine Million Videosprechstunden wurden damit durchgeführt. Für den deutschen Markt gibt es noch keine Zahlen. Zusammenarbeiten will Kry nur mit in Deutschland arbeitenden Ärzten: „Fast alle arbeiten in einer eigenen Praxis. Das begrüßen wir. Die Ärzte müssen natürlich eine deutsche Approbation haben und darüber hinaus langjährige Erfahrung in der Behandlung von Patienten“, so die Kry-Deutschlandchefin.

Ausstellen kann Kry auch AU-Bescheinigungen: „Wenn der Arzt eine Krankschreibung für notwendig hält, stellt er diese elektronisch aus. Wir übermitteln den AU-Schein dann innerhalb der Kry-App an den Patienten. Wenn es rechtlich notwendig ist, reichen wird den AU-Schein auch in Papierform ein.“ Die Telemedizin-Beratung kostet je nach Wochentag und Uhrzeit zwischen 30,59 Euro und 45,44 Euro. Eine Krankschreibung kosten 5,36 Euro zusätzlich. Das sind die Gebührensätze für Privatpatienten. Die Krankenkassen erstatten die Kosten aktuell noch nicht.

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