Spenden und Rezepte

Korruptionsprozess: Oberarzt entlastet Apothekerin Tobias Lau, 15.02.2018 14:11 Uhr

„Ich muss gleich zu Beginn klarstellen, dass mir heute bewusst ist, dass ich da naiv gehandelt habe.“ Dabei habe er allerdings nichts in die eigene Tasche wandern lassen – alle Zuwendungen seien nämlich ausschließlich an die onkologische Ambulanz der Charité gegangen. Wie schon die Apothekerin zwei Tage zuvor beschreibt auch der 60-Jährige die damalige Situation der IT dort als „katastrophal“. Die Gerätschaften, insbesondere die Computer, seien hoffnungslos überaltert gewesen. Teilweise sei es nicht einmal möglich gewesen, die notwendige Software für Abrechnungen zum Laufen zu bringen. Selbst Rezepte hätten oft nicht gedruckt werden können, weil keiner der Drucker mehr funktionierte, hatte auch die Apothekerin am Dienstag erzählt.

Die Zustände in der Ambulanz habe er natürlich auch immer wieder gegenüber Gesprächspartnern erwähnt. Eine davon war Monika L. Sie verbinde eine lange persönliche Geschichte mit der Charité, insbesondere mit der Krebsambulanz. Beziehungen zum Universitätsklinikum habe sie bereits seit Anfang der 70er-Jahre, als sie dort während des Studiums ihr Pharmaziepraktikum absolvierte. Später sei in der Krebsambulanz nicht nur ihr Vater, sondern auch sie selbst jahrelang behandelt worden. Deshalb habe sie die Einrichtung unterstützen wollen. Dass ihr Sohn eine Elektronikfirma betreibt, kam da gelegen: Über ihn ließ sie die Gerätschaften in mehreren Lieferungen der Ambulanz zukommen.

Und R. war dankbar für die Hilfe: „Ich habe niemals das Gefühl gehabt, dass Frau L. irgendeine Gegenleistung erwartet“, sagt er vor Gericht. Also stellte er ihr für die wohltätige Gabe Spendenquittungen aus. Hier wäre die Geschichte theoretisch vorbei gewesen. Ist sie allerdings nicht, denn Monika L. stand über ihre Apotheke in geschäftlichen Beziehungen mit der Charité. Und Spenden von Geschäftspartnern anzunehmen, ist der Charité verboten. Wenn überhaupt, hätte R. für die Zuwendungen eine Genehmigung beantragen müssen.

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