Außendienstler in eigener Mission

Konnektoren-Krieg: Awinta entschuldigt sich bei Red Medical

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Wie so oft liegt der Teufel dabei im Detail – doch die Details sind teuer: So behauptet der Awinta-Außendienstler aus der Geschäftsstelle Köln in der vierseitigen Präsentation, das Red-Angebot wäre unter anderem deshalb um 1000 Euro teurer als das eigene, weil dort zusätzliche Anschlusskosten anfallen würden. Das Problem dabei: Awinta verlangt 950 Euro Gebühr für den Anschluss des Konnektors an das Warenwirtschaftssystem von Apotheken, die sich für Red entscheiden, und will darüber hinaus eine Nutzungsgebühr in Höhe von 45 Euro pro Monat. In der Präsentation wird das auf das Red-Angebot angerechnet, als wäre es deren Preis. „Die von Ihnen kalkulierte Nutzungsgebühr der TI-Schnittstelle ist ganz offensichtlich eine reine Strafgebühr für Kunden, die sich für ein anderes Angebot als Ihres entscheiden“, schreibt Brüggemann.

Da es keiner separaten Schnittstelle zur Verbindung mit den Red-Konnektoren bedürfe, entstünden die Kosten nicht tatsächlich zusätzlich, sondern seien sowieso schon in den Kosten für das TI-Softwaremodul enthalten. „Aus Kundensicht wäre es sicher fair, wenn Sie das genauso auch darstellen und berechnen würden“, so der offene Brief. Die Höhe der Awinta-Anschlussgebühr sei darüber hinaus, „nicht nachvollziehbar, denn diese besteht in der Realität ja nur aus der Eintragung der entsprechenden IP-Adresse des Konnektors.“ Red biete den Apotheken gerne an, diese Dienstleistung kostenlos im Rahmen des Angebotes zu erbringen. „Das Angebot eines Wettbewerbers dadurch schlecht zu rechnen, dass man ihm die eigenen Kosten hinzurechnet, mag zwar verlockend sein, ist aber leider vollkommen wettbewerbswidrig. Hier war wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens“, so Brüggemann.

Doch der Außendienstler rechnete nicht nur Awinta-Gebühren auf das Red-Angebot, er unterstellte dem Konkurrenten auch, weitere Gebühren zu erheben, die es nicht gibt – beispielsweise gesonderte Kosten für eine sichere Lieferkette. „Es werden von Red keine gesonderten Kosten für die gesicherte Lieferkette in Rechnung gestellt“, stellt Brüggemann klar. Auch müsse mit der Red Box eine zusätzliche Komponente angeschafft werden, um eine sichere Verbindung von der Apotheke zum Rechenzentrum sicherzustellen. „Unsere Red Box ist lediglich eine Option, wenn in der Apotheke kein VPN-fähiger Router vorhanden ist. Bei den Awinta-Apotheken ist bis dato in keinem einzigen Fall der Einsatz der Red Box notwendig gewesen.“

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