Keine TI wegen Schließung: Nie wieder Impfzertifikate

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„Ich empfinde das schon als Einschränkung“, so Ebner. „Das ist schlecht für das Vertrauen der Kunden in die Apotheken.“ Es sei umständlich für die Kunden: Viele würden – auch aufgrund der Berichterstattung in Publikumsmedien – denken, dass es bereits überall wieder gehe und müssten dann eine Apotheke suchen, in der es klappt. „Wir hatten allein heute Morgen schon drei oder vier Kunden, die Zertifikate wollten. Wir sagen ihnen dann, dass sie eine andere Apotheke suchen oder in die Arztpraxis gehen müssen.“ Immerhin habe es deshalb keinen Ärger gegeben, die Kunden hätten bisher verständnisvoll reagiert. „Es kommt ja aber auch darauf an, wie man es den Kunden erklärt.“

Hoffnungen, ihnen bald andere Auskunft geben zu können, sollte er sich allerdings nicht machen. Der DAV bestätigt auf Anfrage, dass der Zugang zur TI – wie vom BMG gefordert – aus Sicherheitsgründen nun eine Grundvoraussetzung ist, um digitale Impfzertifikate auszustellen. Eine Sonder- oder Übergangslösung für nicht oder noch nicht angeschlossene Apotheken sei deshalb nicht geplant. Immerhin: Auch wenn er keine Zertifikate mehr wird ausstellen können, dürfte er auch ohne TI-Zugang sein Geld für den Juli erhalten. „Abrechnen können wir. Ich habe den Button schon ausprobiert und er funktioniert.“

Es gibt allerdings auch Inhaber, die weniger verständnisvoll auf die Situation reagieren. So muss die Apotheke von Hubertus Nehring ihre Kunden ebenfalls wieder wegschicken, weil sie nicht an die TI angeschlossen ist. In einem Schreiben an Abda-Präsidentin Gabriele Overwiening hat er seine Gründe dafür dargelegt: Er hätte bei seinem Softwarehaus monatlich 70 Euro für Wartung und ähnliches als Gebühr zahlen müssen, obwohl beispielsweise das E-Rezept noch gar nicht im Markt sei, so der Inhaber der Apotheke am Markt in Winsen. Dass „jetzt von heute auf morgen dieses Leistungsspektrum“ erweitert werde, verstoße gegen die Interessen der Mitglieder. „Wir können darauf nicht zeitnah reagieren“, so Nehring. Bei Awinta habe es geheißen, dass vier Wochen nötig seien, um seinen Betrieb anzugliedern. Nehring fordert deshalb ebenfalls, eine Übergangsfrist, in der das DAV-Portal für diese Zeit wieder freigeschaltet wird.

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