Kein Impfstoff unter dieser Nummer

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Alle Vorbestellungen wurden ausgeliefert, teilt eine Sanofi-Sprecherin mit. Zusätzlich wurde eine Menge „on top“ kalkuliert und produziert. Denn aus einigen Regionen hatte Sanofi keine Vorbestellungen erhalten. In den Gebieten, wo von vornherein klar war, dass es keine Festpreise geben würde, gibt es offenbar auch keine Probleme. Denn hier hatten die Apotheken – ohne Sorge vor möglichen späteren Einschränkungen – ihre Vorbestellungen rechtzeitig abgegeben.

Haben die letzten 600.000 Impfdosen das Lager verlassen, ist Schluss für diese Saison. Denn die saisonalen Grippeimpfstoffe lassen sich nicht so schnell nachproduzieren. Außerdem läuft gerade die Impfstoffproduktion für die südliche Hemisphäre.

Eine schwierige Lage angesichts des Rufes nach einer höheren Durchimpfungsrate. Denn einfacher als durch einen kleinen Piks kann man sich wohl nicht vor der echten Grippe schützen. Dennoch wurden dem Vernehmen nach die Vorbestellungen auf Basis der letzten Jahre ermittelt. Angesichts der schweren Grippewelle 2017/18 und den Ergebnissen einer Umfrage im Auftrag von Sanofi und GfK hätte jedoch klar sein müssen, dass die Nachfrage in dieser Saison höher seiner würde: Demnach wollten sich 63 Prozent mehr Menschen als im letzten Jahr impfen lassen. Dennoch hatten alle Seiten Angst vor dem finanziellen Risiko – auch aufgrund der Vertragspreise, die die Apotheken von Vorbestellungen abhielten. Auch Großhändler fürchteten, auf den Impfdosen sitzen zu bleiben. Sind also die vielen Reglements Schuld am derzeitigen Engpass?

Der Apotheker aus Sachsen will für die kommende Saison jedenfalls vorsorgen und sich mit den Ärzten rechtzeitig an einen Tisch setzen, um verbindliche Bestellungen aufzunehmen. Denn am Ende fällt der Engpass auf ihn zurück: „Die Patienten und Ärzte stehen in der Apotheke und sehen mich in der Verantwortung. Nicht den Großhandel oder die Industrie.“

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