Kammerfortbildung: Homöopathen wettern gegen Grams

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Die Polemik der Hahnemann-Gesellschaft nimmt sie gelassen. „Das ist der Verzweiflung geschuldet, keine Sachargumente zu haben“, sagt sie. Dabei hat der Homöopathen-Verband einige Punkte angebracht, bei denen er Grams auf inhaltlicher Ebene widerlegen will: So habe sie eine Allensbach-Umfrage von 2009 zur Anwendung von Homöopathie verwendet, obwohl 2014 eine weitere Umfrage mit derselben Fragestellung durchgeführt worden sei. 2009 hatten 53 Prozent angegeben, schon einmal Homöopathie verwendet zu haben, 2014 waren 67 Prozent. Grams fragt sich, warum die Hahnemann-Leute sie ausgerechnet in dem Punkt widerlegen wollen. „Ich habe doch damit selbst belegt, dass Homöopathie verbreitet ist“, sagt sie. „Die Zahlen sind eigentlich gar nicht relevant – und selbst wenn, dann sind sie doch positiv für die Homöopathen. Wenn die jetzt schon solche Zahlen anzweifeln, dann weiß ich auch nicht mehr.“

Auf die Kritik an ihrer wissenschaftlichen Methodik – die Hahnemann-Gesellschaft bringt unter anderem den „2. Australian Report“ von 2015 ins Spiel, eine der bisher größten und umfangreichsten systematischen Reviews zur Homöopathie – lässt sich Grams erst gar nicht ausführlich ein: Sie verweist nur auf den aktuellen Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur, der in seiner übergroßen Mehrheit eine eindeutige Sprache spricht. Sie wundere sich beispielsweise, dass sich die Hahnemann-Gesellschaft immer noch auf die Studie von Robert G. Hahn bezieht – „obwohl der ja schon x-fach widerlegt wurde“.

Den zweiten Vortrag abzusagen, wie es die Hahnemann-Gesellschaft verlangt, ist für sie deshalb keine Option. Auch die Kammer hat sich bisher nicht abbringen lassen und steht zu ihrer Entscheidung. Die Forderung, Grams wieder auszuladen, wies deren pharmazeutischer Geschäftsführer Dr. Lukas Kaminski bereits beim letzten Mal zurück. Bisher seien fast nur Homöopathie-Seminare angeboten worden, die sich weniger kritisch mit dem Thema befasst haben: Den zwei Grams-Seminaren stünden 80 Vorträge in den letzten zehn Jahren gegenüber, die über die Anwendung von Homöopathie informierten. Es sei aus der Apothekerschaft an die Kammer herangetragen worden, auch einmal eine gegenteilige Perspektive darzustellen. „Es war in der Tat der vielfache Wunsch von unseren Mitgliedern, dass nicht nur Seminare von Homöopathie-Befürwortern angeboten werden“, so Kaminski.

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