Protestbrief an die Apothekerkammer Niedersachsen

Kammerfortbildung: Homöopathen wettern gegen Grams

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Warum ein Krebsarzt aus der Schweiz sich wegen eines Vortrags bei einer Apothekerkammer an sie wendet, darüber kann auch Grams selbst nur spekulieren – dass es ein schlecht kaschierter Einschüchterungsversuch war, liegt nahe. „Eine Woche später habe ich bei einem Krebskongress gesprochen, da kam dann merkwürdigerweise nichts von ihm“, erzählt sie. „Ich hatte aber auch das Gefühl, dort hatte niemand die Meinung, dass Homöopathie irgendeinen Nutzen hat.“ Auf Nummer sicher ging sie trotzdem, brachte zum Vortrag bei der Kammer ihren Anwalt und ein Tonaufzeichnungsgerät mit.

Rund 40 Apotheker waren nach ihren Angaben gekommen und die Reaktionen – wie beim Thema zu erwarten – zwiegespalten. „Ein Teil war begeistert, ein anderer sehr dagegen“, sagt Grams. „Von denen, die dagegen waren, kam allerdings auch kaum inhaltliche Kritik.“ Bei der Apothekerkammer teilt man diese Auffassung: Man biete Fortbildungen und Themen mit ausgewiesenen Experten aus unterschiedlichen Blickwinkeln an. „Ebenso unterschiedlich fallen auch die Meinungen der teilnehmenden Mitglieder aus – insbesondere bei einem polarisierenden Thema wie der Homöopathie“, so eine Sprecherin. „Die Hälfte der Apotheker und PTA fand die Fortbildung sehr interessant und würde diese weiterempfehlen. Der andere Teil kritisierte, dass der Vortrag zu einseitig und praxisfern sei.“

Schon während des Vortrages habe es erhitzte Reaktionen einzelner Teilnehmer gegeben, die offenbar nicht mit leeren Händen gekommen waren, erinnert sich Grams. „Ich hatte den Eindruck, dass manche da gut vorbereitet waren und mit Unterlagen und Zitaten kamen, die mich sehr an die Hahnemann-Gesellschaft erinnern“, sagt sie. „Ich hatte trotzdem das Gefühl, dass eine Diskussion möglich war.“

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