Kommentar

Jagd auf die Zombie-Apotheken Alexander Müller, 06.12.2017 15:11 Uhr

Dass sich die Politik mit einer offiziellen Veröffentlichung noch ziert und der Entwurf dem Vernehmen nach überarbeitet wird, erscheint angesichts einer groben Folgenabschätzung als plausibel. Es offenbart aber auch den politischen Charakter dieser Berechnung. Und wie hart man die Apotheker am Ende anfassen möchte, lässt sich nach wenigen Drehungen an den zahlreichen Stellschrauben sogar wunderbar rechtfertigen.

Das sieht man an einigen getroffenen Annahmen, die doch reichlich verkürzt wirken und damit nicht ganz zur Versorgungsrealität passen. Ein Beispiel: Der Beratungsaufwand bei Rx- und OTC-Produkten soll genau gleich groß sein. Da die Gesamthöhe der Vergütung aber nur dem Rx-Anteil am Absatz entsprechen soll, müsste das Fixum entsprechend gekürzt werden.

Angeblich beruht diese Einschätzung des Beratungsaufwands auf den Ergebnissen der Befragung von Apothekern. Herausgekommen ist in diesem Fall eine sehr vereinfachte Rechnung. Aber eine folgenreiche: Mit einer auch nur gering abweichende Annahme verschiebt man Millionen und nimmt Einfluss auf die Schicksale Tausender Patienten und Apothekenmitarbeiter.

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