Prä-Expositions-Prophylaxe

HIV-Apotheken: Preisbruch für den guten Zweck Nadine Tröbitscher, 10.10.2017 10:14 Uhr

Anderthalb Jahre Vorarbeit und Verhandlungen waren nötig, um das Pilotprojekt an den Start zu bringen. Die Idee dazu hatte Tenberken jedoch schon viel früher. „Den Gedanken hatte ich erstmals auf einer Reise nach San Francisco. Dort verfolgte man bereits das Ziel, die Betroffenen unter Therapie oder PrEP zu haben.“ Seit 2012 sank die Rate der Neuinfektionen in der kalifornischen Metropole um je 17 Prozent. Das wollte Tenberken auch in Deutschland umsetzen.

Der zentrale Knackpunkt war der Preis. Den Listenpreis hält er für Makulatur, denn auch die Kassen zahlten diesen nicht, sondern bekämen Rabatte. Umso mehr müssten Selbstzahler einen Anspruch auf eine günstige Versorgung haben. Tenberken wandte sich an die Hersteller; nachdem für Gilead keine Zusammenarbeit in Frage kam, sprach der Apotheker mit den Generikaherstellern. „Nicht alle Generika haben eine Zulassung für die PrEP. Hexal war relativ offen.“

Ein Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) machte das Pilotprojekt letztendlich möglich: Die Karslruher Richter hatten verblisterte Medikamente im März 2015 vom einheitlichen Abgabepreis freigesprochen. Um einen Wildwuchs zu verhindern, nahm sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zwar des Themas noch einmal an: Mit dem Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) wurde aber lediglich klargestellt, dass eine ärztliche Verordnung zugrunde liegen muss.

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