Hexal-Vertreter verweigert Aussage

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Zunächst war gestern unsicher, ob der Prozess wie geplant fortgeführt werden kann. Sowohl die Verteidigung als auch die Nebenklage hatte Anträge zur Aussetzung des Verfahrens gestellt. Die Verteidigung begründete ihren Antrag damit, dass Gerichtsakten im Internet veröffentlicht wurden. Sie verdächtigte einen Mitarbeiter von Correctiv. Das Recherchekollektiv äußerte sich „aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen“ nicht zu Details, man prüfe den Fall.

Vernommen wurde ebenfalls Apotheker Ingo E., der ab April 2009 für anderthalb Jahre im Zytolabor der alten Apotheke arbeitete. S. habe regelmäßig morgens schon Antikörpertherapien für den nächsten Tag zubereitet. Das sei ein „großes finanzielles Risiko“ und zudem unüblich, da es Patienten kurzfristig schlechter gehen könne. Sein Bauchgefühl habe E. an manchen Tagen beim Blick in den Kühlschrank gesagt: „Für das, was hätte verbraucht werden müssen, hätte das nicht genügt.“ Im Labor habe es Momente gegeben, in denen er über Wirkstoffe gedacht habe: „Komisch, hätte da nicht mehr weg sein müssen“, zitiert Correctiv. Der Keller sei aber immer voll gewesen.

Freitags seien Etiketten für Zubereitungen gedruckt worden, die montags produziert werden sollten. Es sei vorgekommen, dass am Montag schon vorgefertigte Etiketten abgearbeitet waren. Offen bleibt, wer die Etiketten abgearbeitet hatte. E. erklärte, er wisse nicht, ob Mitarbeiter der Zyto-Abteilung am Wochenende gearbeitet hätten.

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