Rezepturfehler: Vater verhindert Schlimmeres

, Uhr



Wütend macht die Familie nicht der Fehler, sondern die Aussage des Apothekers, es habe sich um einen „blöden Etikettenfehler“ gehandelt. Eine „ziemlich jämmerliche Ausrede“, finden die Eltern: „Sie wissen doch wie der Saft dosiert werden muss.“ In einem Beitrag auf echo24.de gibt der Vater noch einen Tipp: „Also lieber Apotheker! Nehmen Sie den finalen Rettungsblick in ihr Programm auf! Was bei Buchstabendrehern hilft, wirkt garantiert auch bei fehlerhaften Medikamenten. Hier geht es schließlich um Menschenleben.“

Den Namen der Apotheke nennt der Vater nicht, um deren Existenz nicht zu gefährden. Von einer Anzeige sieht die Familie auch ab; ihr geht es darum, die Apotheken zu sensibilisieren. Bessere Selbstkontrollen sollen die Arzneimittelsicherheit verbessern und sicherstellen.

Die verordnete Rezeptur ist in das DAC/NRF aufgenommen und gibt unter der Nummer 11.142. eine genaue Arbeitsanweisung und Hinweise auf die Etikettierung und Dosierung. Die Vorschrift gilt für eine Propranololhydrochlorid-Lösung 5 mg/ml für die Behandlung komplizierter Hämangiome.

Propranolol gehört zu den nicht selektiven Betablockern und kommt bei Bluthochdruck zum Einsatz. Seit 2008 wird der Wirkstoff laut Leitlinie auch gegen angeborene Hämangiome, auch als Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck bezeichnet, eingesetzt. Etwa 3 bis 5 Prozent der Säuglinge sind davon betroffen. Mittlerweile gibt es mit Hemangiol auch ein Fertigarzneimittel.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
„Kann das meinen Mitarbeitern nicht mehr antun“
Nervliche Belastung: Inhaber stoppt Bürgertests »
Weiteres