„Grüner Mist“: Apotheker kündigt Ströer wegen Schmähkampagne

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Nun fährt Bendels also unter dem Claim „Grüner Mist“ eine bundesweite Diffamierungskampagne gegen die Grünen, inklusive tausender Plakate in Großstädten, Social-Media-Werbung und eigener Website. „Diese Art und Weise von Wahlkampf ist unanständig“, sagt Oortmann. Besonders störe er sich daran, dass das Werbeunternehmen Ströer sie durch den Verkauf der Plakatflächen ermöglicht. „Wenn ich diese Werbeflächen vermiete, dann muss ich auch Verantwortung für die Inhalte tragen, die ich da in der Öffentlichkeit zeige“, erklärt er. „Wenn jemand ein Plakat extra aufhängt wie bei Bundestagswahl, dann mag das ok sein. Aber das sind Werbeflächen, die eigentlich für den Verkauf bestimmt sind. Und dann sind die Aussagen auf den Plakaten auch noch faktisch unkorrekt. Das hat auf Plakaten, die nicht für Wahlkampf vorgesehen nichts zu suchen.“

Oortmann ist nicht der erste, der das kritisiert. Gegenüber der ARD verteidigte sich Ströer, als Plakatflächenvermieter nicht für die Inhalte und Gestaltung der Werbung verantwortlich zu sein. Außerdem könne das Unternehmen „keine Werbung ablehnen, die nicht gegen Gesetze oder freiwillige Selbstbeschränkungen verstößt“, erklärte ein Sprecher. Allerdings war genau das wohl zum Teil der Fall gewesen: Ströer habe mehrere Motive der Kampagne abgelehnt, weil sie nicht rechtskonform gewesen seien.

Oortmann hat unterdessen selbst Konsequenzen gezogen: Er hat seine Verträge bei Ströer gekündigt. Bisher nutzte er einen Service von Ströer Online Marketing zur Optimierung der Auffindbarkeit seiner Apotheke bei regionalen Google-Suchen. „Hiermit kündige ich mein Vertragsverhältnis mit Ihnen zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ich bitte Sie, dies mir zu bestätigen“, schrieb er dem Ströer-Kundendienst, „um Sie unter Druck zu setzen und um an die Verantwortung bei Ihnen für Ihr analoges Portal zu appellieren.“ Er halte diese Art von Schmutz-Wahlkampf für gefährlich, erklärt Oortmann, und hoffe, dass sich Ströer vom öffentlichen Druck zum Umdenken bewegen lässt. „Die Grünen sind doch schon kaputt genug“, sagt er.

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